Rat - DER SPIEGEL
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Rat

• aus DER SPIEGEL 43/1954
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesinnenminister a. D. Dr. Dr. Gustav Heinemann war bei seinem dreiwöchigen Moskau-Aufenthalt im vergangenen Sommer vom sowjetischen Roten Kreuz darauf hingewiesen worden, daß jede geforderte Auskunft über deutsche Kriegsgefangene und Zivilinternierte erteilt werde, wenn es sich um konkrete Fälle handle, doch gebe die sowjetische Rotkreuz-Organisation grundsätzlich nur Auskunft an Rotkreuz-Organisationen anderer Länder, nicht aber an Vereinigungen, wie z. B. kirchliche Hilfswerke. Dr. Heinemann rät seither, sich nicht unmittelbar an sowjetische Dienststellen, sondern nur an das Deutsche Rote Kreuz zu wenden. Einen völlig entgegengesetzten Ratschlag, wie der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dr. Heinemann, erteilt in einem jüngst versandten Rundschreiben Nummer 26 der Leiter des Evangelischen Hilfswerkes für Internierte und Kriegsgefangene e. V., Bischof D. Heckel, München.

Er rät, sich direkt an das Staatsoberhaupt der Sowjet-Union, Marschall Woroschilow, zu wenden. Der Bischofs-Rundbrief erschien just zu dem Zeitpunkt, als sich in der Berliner Sowjetbotschaft Bevollmächtigte des sowjetischen Roten Kreuzes mit deutschen Bevollmächtigten berieten, deren Verhandlungsposition durch den Rundbrief jedenfalls nicht gestärkt wurde.

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