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Rat

• aus DER SPIEGEL 19/1952
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In einer am 21. April überreichten, jedoch noch nicht veröffentlichten Note hat die Sowjetunion den Regierungen Großbritanniens und Frankreichs mitgeteilt, sie beabsichtige, den ihr zustehenden Sitz im Kontrollrat der Internationalen Zone von Tanger einzunehmen.

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Die Sowjetunion war 1923 wegen »politischer Unzuverlässigkeit« aus dem Gremium der Schutzmächte Tangers ausgeschieden worden. Als 1945 Franco-Spanien mit dem Entzug aller Sonderrechte in Tanger bestraft wurde, war an Spaniens Stelle die Sowjetunion eingeladen worden, einen Vertreter in die Acht-Mächte-Verwaltung der Zone zu entsenden; sie hatte jedoch auf Sitz und Stimme verzichtet.

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Der Entschluß der Sowjetunion, den Sitz nunmehr einzunehmen, hängt zusammen mit dem Einmarsch spanischer und französischer Fremdenlegionäre in Tanger am 4. April (siehe SPIEGEL Nr. 16/52, 17/52). Franco hatte bei dieser Gelegenheit die Wiederherstellung des Status von 1923 gefordert.

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Wenn die USA den sowjetischen Anspruch auf Sitz und Stimme im Kontrollrat ablehnen (was zu erwarten ist), werden die Sowjets bei einer UNO-Intervention Unterstützung bei dem islamischen Block finden. Azzam Pascha, Generalsekretär der Arabischen Liga, hat das internationale Statut von Tanger als »Dokument des Imperialismus« bezeichnet. Für Moskau bietet sich die Chance, den durch Tunesien

und den britisch-ägyptischen Konflikt aufgebrochenen Gegensatz zwischen USA und dem Islam in Tanger weiter zu vertiefen.

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