RAUMFAHRT
(Nr. 39/51, Technik)
Die Aufgabe, Abschußort und Weg zum Ziel im Weltenraum zu berechnen, stellt selbst für die höchste Rechenkunst ein noch unlösbares Problem dar. Wie sich ein Weltraumgeschoß bewegen müßte, ist eine Aufgabe des »Dreikörperproblems«, und der langjährige
Präsident der Internationalen astronomischen Gesellschaft, Elis Strömgen in Kopenhagen, wird Ihnen gerne bestätigen, daß das Dreikörperproblem zu lösen und mathematisch zu formen, erst zum Teil gelungen ist. Ueberdies gibt es im Weltenraum sogenannte Librationspunkte, kosmische Friedhöfe genannt, die Körper in ihrem Bereich gefangen halten und sie zwingen, ewig um diese Kraftpunkte zu kreisen, wie es bei Planetoiden manchmal der Fall ist.
Die Bombardierung der Erde vom Mond oder von Raumstationen aus, von der die amerikanische Propaganda spricht, eignet sich nur für Hörspiele in den Vereinigten Staaten, wo es bekanntlich viele Leute gab, die ein Hörspiel vom Einbruch der Marsbewohner auf die Erde ernst genommen hatten. Einige ganz »Mutige« hatten sich sogar aus Furcht umgebracht.
Salzburg
F. Eisenprobst
Diese »Weltraumforscher« sind in Wahrheit nichts anderes als Raketenforscher. Techniker der Rakete, mögen sie nun Hoeppner oder Sänger oder Braun heißen. Sie haben mit Weltraumforschung nichts zu tun, sondern widmen sich ausschließlich einer technischen Aufgabe, nämlich Raketen zu bauen, wobei sie in heiterer Gedankenlosigkeit dem »Weltraum« einfach jene Vorstellungen unterstellen, die sie einst in der Quarta oder Tertia gewannen.
Selbst wenn man nur die üblichen astronomischen und astrophysikalischen Annahmen zugrunde legt, ist das, was da geplant wird, mehr als fragwürdig. Um Sie wenigstens auf einiges aufmerksam zu machen:
Die Erde wird behandelt, als sei sie eine ruhende Kugel. Sobald man allein nur die Translation mit rund 100 000-km-Stundengeschwindigkeit ansetzt, würde die Raumstation Geschwindigkeitsveränderungen von 60 000 km in jeder Stunde erleiden, die natürlich niemals durch die gleichbleibende Schwerkraft neutralisiert werden können.
Der »luftleere« Raum wird mit dem »physikalisch leeren« Raum verwechselt. Die Raumstation wird sich nicht im luftleeren
Raum befinden, sondern im physikalisch leeren Raum, der außer der Gravitation absolut nichts, nicht einmal die Spur eines Gedankens, enthalten soll.
In diesem Raum gibt es natürlich keine Elektronen. Das bedeutet praktisch, daß keine elektrische Einrichtung mehr funktioniert.
Dafür gibt es jedoch - gegen die Theorie - zweifellos dort oben wenigstens Höhenstrahlen, die in dieser Höhe bereits eine Energie von einigen Milliarden Elektronenvolt besitzen.
Ein Mensch würde dort oben im Mindestfalle wie ein aufgeblasener Frosch platzen - trotz des »Raumanzugs«, unter dem sich wohl nicht einmal die Erfinder des Namens etwas vorstellen.
Tatsächlich sind unsere üblichen Schulvorstellungen falsch. Das Universum entspricht nicht dem kopernikanischen Bilde, sondern dem modernen Bild der Hohlwelttheorie.
Mürnau/Obb.
P. A. Müller