Referenz
Die Freie Demokratische Partei Bayern, Hauptgeschäftsführung, München 15, Schwanthalerstraße 102, ließ ein streng vertrauliches Rundschreiben »betr.: Bewerbungen für den Fall der Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer europäischen Wehrmacht« zirkulieren.
Darin heißt es:
* Wir empfehlen vorsorglich, schon jetzt Einstellungsgesuche von Offizieren, Unteroffizieren und Beamten der ehemaligen deutschen Wehrmacht an den Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen (Büro Blank), Bonn, Argelanderstr. 105, einzureichen. Die Bewerbungen sollen etwa folgenden Wortlaut haben:
»Ich bewerbe mich um Verwendung für den Fall der Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer europäischen Wehrmacht. Lebenslauf liegt an. Freiumschlag ist beigefügt.«
Als Referenzen sollen Persönlichkeiten mit einwandfreiem Namen aufgeführt werden. Eine Bezugnahme auf die Mitgliedschaft oder Betätigung in der FDP ist im gegenwärtigen Stadium nicht empfehlenswert. Um nun diese Gesuche zur gegebenen Zeit von uns aus befürworten zu können, bitten wir, uns von jeder an die Dienststelle Blank gerichteten Bewerbung einen Durchschlag oder eine Abschrift mit einer Begutachtung des Kreisvereins, die sich auch auf die Zugehörigkeit zur FDP und eine Betätigung im Rahmen unserer Partei beziehen soll, zu übermitteln.
Da dieses Rundschreiben verständlicherweise streng vertraulich behandelt werden muß, bitten wir, so zu verfahren, daß in jedem Falle die Vertraulichkeit gewahrt bleibt.
Das Rundschreiben ist mit »freundlichen Grüßen« unterzeichnet von Hauptgeschäftsführer Brandt.