Rente erst mit 67 - DER SPIEGEL
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SOZIALPOLITIK Rente erst mit 67

• aus SPIEGEL Chronik 54/2006
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Ein erstes schwarz-rotes Reformvorhaben bringt die Nation in Rage: Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering (SPD) verkündet, der Eintritt ins Rentenalter werde früher als vorgesehen schrittweise auf 67 Jahre heraufgesetzt; die Erhöhung sei unvermeidlich, »wenn wir die Sozialsysteme erhalten wollen«. Die Ankündigung verstehen besonders die Gewerkschaften als Angriff auf den sozialen Frieden. Widerstand formiert sich in der Linkspartei ("ein Beschluss, die Renten zu kürzen"), aber auch in der SPD, wo der Ruf nach Sonderregelungen für besonders strapaziöse Berufe laut wird. »Ich kann einen Dachdecker mit 67 nicht mehr auf dem Dach arbeiten lassen«, sagt SPD-Vize Kurt Beck. Die große Mehrheit der Deutschen (74 Prozent) ist, Umfragen entsprechend, vehement gegen eine Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters. Am liebsten würden die Bundesbürger mit 58, spätestens aber mit 63 Schluss machen, was Sozialexperten wie der Freiburger Professor Bernd Raffelhüschen für eine »grenzenlose Naivität« halten.

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