RING-KAMPF - DER SPIEGEL
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Briefe

RING-KAMPF
• aus DER SPIEGEL 7/1965
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RING-KAMPF

Zu Ihrem Artikel »Ring im Dunkeln«, in dem Sie den Versuch beschrieben, den von Wilhelm Furtwängler 1953 in Rom dirigierten »Ring des Nibelungen« auf Schallplatten zu bringen, möchte ich ergänzen: Maestro Giulio Razzi von Radio Italiana (RAI) wollte durchaus »mit den Engländern Geschäfte machen«. Es wurde auch ein Vertrag abgeschlossen, in der Absicht, die Furtwängler-Aufzeichnung auf Schallplatten übertragen zu können.

Die Aufnahme konnte daher nicht zum Verkauf gelangen, weil die Deutsche Grammophon Gesellschaft (DGG) es ablehnte, ihre Exklusiv-Rechte an Wolfgang Windgassen und Josef Greindl abzugeben; Auszüge aus dem »Ring« zu veröffentlichen war nicht durchführbar, weil der RAI es sich vorbehalten hatte, nur einer kompletten Veröffentlichung zuzustimmen.

Erst etwa fünf Jahre später entschloß sich die DGG, ihre Entscheidung zu revidieren, worauf die EMI die Verhandlungen mit dem RAI und den übrigen Solisten wieder eröffnete. Es stellte sich nun heraus, daß die Tonbänder, die 1953 noch existiert hatten, sowohl die von der Rundfunkübertragung als auch die von der gesamten Generalprobe, gelöscht worden wären und nur noch die Metallmatrizen von der Aufzeichnung der Rundfunkübertragung vorhanden waren. Das Löschen der Tonbänder entspricht der üblichen Routinearbeit aufgrund genereller Bestimmungen des RAI.

Die 1962 gegenüber 1953 für die EMI veränderte Ausgangsbasis, sowohl hinsichtlich der musikalischen als auch der technischen Bedingungen, ist unvereinbar mit den Qualitätsmaßstäben, welche die EMI für eine so wichtige Veröffentlichung für notwendig hält.

London J. D. BICKNELL

Electric & Musical Industries (EMI)

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