Robert Polzer - DER SPIEGEL
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Robert Polzer

• aus DER SPIEGEL 24/1959
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Robert Polzer, 54, Dr. jur. et rer. pol., Ministerialrat im Bundesvertriebenenministerium, Sudetenflüchtling und langjähriges CDU-Mitglied, schockierte als offizieller Vertreter der Bundesregierung bei der Grundsteinlegung des Europa-Dorfes »Anne Frank« in Wuppertal-Langerfeld die in- und ausländischen Gäste - darunter Friedensnobelpreisträger Pater Pire und Anne Franks Vater - durch eine Stegreifrede, die »etwas mißverständliche und nicht ganz glückliche Formulierungen« enthielt, wie der Redner nachher zugab. Statt - wie erwartet - das Mitgefühl der Bundesregierung mit den Hinterbliebenen der KZ-Opfer auszudrücken, brach Polzer eine Lanze »für alle kleinen Blockleiter und NSV-Kassierer« und den für diesen Personenkreis symbolisch figurierenden »Posthilfsboten Säbelbein"*, der für das Schicksal der Anne Frank »nicht haftbar gemacht werden könne«. Die für Polzer betrüblich negative Aufnahme seiner Rede wird von ihm und seinem Ministerium (Oberländer) im wesentlichen auf Störungen in der Lautsprecherübertragung zurückgeführt: Ähnliche Reden habe Polzer unbeanstandet schon öfter bei anderen Gelegenheiten gehalten.

* Von dem Humorschriftsteller Marcell Salzer erfundene komische Figur ("Der Posthilfsbote Säbelbein packt für Berlin Pakete ein").

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