ROBOTER - DER SPIEGEL
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Briefe

ROBOTER
• aus DER SPIEGEL 39/1955
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ROBOTER

(Nr. 31/1955, Industrie, und Nr. 33/1955, Briefe)

Ihre Darstellung in »Automation - Die Revolution der Roboter« könnte den Eindruck erwecken, als seien die Elektronenroboter über Nacht in die amerikanischen Fabriken eingebrochen und hätten dort kurzerhand ihre Automation-Revolution gemacht. Zu leicht wird vergessen, daß der Weg zum elektronisch gesteuerten Fließband über viele Vorstufen der Produktionsrationalisierung führte. Nicht wenige dieser Stationen hat auch die deutsche Industrie längst hinter sich gebracht. Man sehe sich nur eine der meist ebenfalls elektronisch gesteuerten, kontinuierlichen Walzstraßen an, die inzwischen von zahlreichen westdeutschen Firmen aufgestellt wurden.

Sehr anschaulich zeigt ein farbiger Werkfilm der Mannesmann AG, Düsseldorf, den ich kürzlich sah, wie diese modernen Maschinen ganz im Sinne Ihres Watson-Zitates »den menschlichen Geist befreien, indem sie ihm langweilige Routinearbeit abnehmen«. - Wenige Arbeiter stehen an den schweren Gerüsten. Gelassen überwachen sie, wie die glühenden Stahlblöcke von den Schrägwalzen erfaßt werden, durch das geschickte Zusammenwirken von Druck und schraubender Bewegung in der Längsachse zum Rohr aufbrechen und schließlich glatt gewalzt werden. Regiert wird der komplizierte Mechanismus moderner Walzstraßen von einem einzigen Mann am Steuerpult, einer Art Kommandobrücke voller Knöpfe und Hebel. Der Mannesmann-Film »Vom nahtlosen Rohr« verdeutlicht eindrucksvoll, daß unsere Industrie auf dem Wege zur Automation nicht allzu weit hinter dem Berge ist, und erfüllt seine Aufgabe, die oft komplizierten Vorgänge auch dem Laien verständlich darzubieten, in hervorragendem Maße.

Bonn

OTTO THIEME

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