MAZEDONIEN Roma-Protest an der Grenze
Mit einer ungewöhnlichen Aktion machten jetzt Hunderte Roma auf ihre missliche Lage in Mazedonien aufmerksam: Die Gruppe, weit mehr als 600 Kosovo-Flüchtlinge, fordert von der Regierung in Athen Asyl. Seit Tagen harren sie bei Bitola an der mazedonisch-griechischen Grenze unter freiem Himmel aus. Mit 14 angemieteten Bussen hatte sich die Gruppe, darunter auch Kinder und Schwangere, auf den Weg gemacht; nahe Skopje war sie bislang im Flüchtlingslager »Suto Orizari« untergebracht. Die Bedingungen in dem Lager, so der Vorwurf der Roma, seien katastrophal gewesen. Zudem habe das UNHCR die Versorgung mit Strom und Wasser eingestellt. Das Flüchtlingshilfswerk weist die Vorwürfe zurück. Man habe das Camp zwar geschlossen, den Roma jedoch Ersatzunterkünfte und finanzielle Hilfe angeboten, so Goran Momiroski. Außerdem sei die Mehrzahl der noch immer in Mazedonien lebenden 2700 Kosovo-Vertriebenen problemlos in privaten Unterkünften untergebracht. Gleichwohl ist den Roma bei Bitola die Zukunft in Mazedonien zu unsicher. Auf Grund der nach wie vor angespannten Lage für Minderheiten im Kosovo kommt eine Rückkehr in die einstige Krisenprovinz vorerst ebenfalls nicht in Frage. Auch in anderen Ländern Süd- und Osteuropas fristen die Roma ein kümmerliches Dasein, was vor allem in der EU immer wieder angeprangert wird. Daher setzen die Flüchtlinge nun alle Hoffnung auf die griechischen Behörden - und auf die EU. »Wir bleiben hier«, so ein Sprecher, »bis die Grenze offen ist.«