Rote Zahlen - DER SPIEGEL
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FERNSEHEN Rote Zahlen

Von Georg Jakobs
• aus DER SPIEGEL 37/1997
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ferdinand Kayser, 39, Geschäftsführer des Abo-Senders Premiere, zu den Zukunftsaussichten des digitalen Fernsehens

SPIEGEL: Die Konzerne Bertelsmann und Kirch wollen bei Premiere Milliarden von Mark für Digital-Kanäle ausgeben. Wird Ihre Firma dadurch zum Verlustbringer?

Kayser: Zuletzt hatten wir große Ertragszuwächse. Nun kommt Premiere in die nächste Entwicklungsphase und damit kurzzeitig in die roten Zahlen. Keine Sorge: Im Jahr 2000 machen wir wieder Gewinn.

SPIEGEL: Die Zuschauer können schon heute über 30 Programme frei empfangen.

Kayser: Digitales Fernsehen ist in Deutschland in der Tat ein schwieriges Geschäft. Aber mit qualitativ hochwertigen Spielfilmen, Sportübertragungen, Dokumentationen und Erotikangeboten werden wir uns durchsetzen. Im Herbst beginnen wir die Verhandlungen mit dem Deutschen Fußball-Bund. Möglicherweise können wir in der Saison 1998/99 alle Bundesligaspiele live und gegen Einzelbezahlung anbieten.

SPIEGEL: Um die Zuschauer ringen auch Computerdienste, die in TV-ähnliche Programme investieren. Wird Pay-Fernsehen von der Technik überholt?

Kayser: Nein. Wir starten 1998 selbst interaktive Dienste - etwa einen Wetterkanal, bei dem jeder die Temperaturen in seiner Region abrufen kann, oder einen Autokanal, mit dem sich neue Fahrzeuge am Bildschirm testen lassen.

SPIEGEL: Die Premiere-Gruppe soll künftig viele Kirch-Filme abspielen. Ist da noch Platz für teure Eigenentwicklungen?

Kayser: Wir werden uns weiter an einzelnen TV-Produktionen beteiligen, das angedachte Volumen aber wird gedrosselt. Unsere neue Sendung »43:30 - Zeit für Politik« beobachten wir mit großem Interesse. Ich könnte mir auch ein Comedy-Format vorstellen. Premiere darf nicht reduziert werden auf zwei Fußball-Live-Spiele und das reine Abspielen von Filmen.

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