Rotes Doping - DER SPIEGEL
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MOLDAU Rotes Doping

• aus DER SPIEGEL 19/2007
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Mit »revolutionären Umgestaltungen« ist Europas letzter kommunistischer Staatschef, Präsident Wladimir Woronin, 65, der Wirtschaftselite seines Landes zu Diensten. Der KP-Chef und frühere Innenminister der Sowjetrepublik Moldau ließ das Parlament eine radikale »Kapital- und Steueramnestie« sowie die vollständige Streichung der Gewinnsteuern für Unternehmen beschließen. Nach einer »Welle der Korruption« seien die »Marktmechanismen paralysiert«, begründete Woronin den überraschenden Schritt. Moldaus Wirtschaft brauche »Doping«, um Mittel aus »schwarzen Kassen« endlich wieder in den legalen Geldumlauf zu bringen. Im Programm seiner Partei hatte der Präsident bislang eher die »Wiedergeburt der sozialistischen Gesellschaft« versprochen und die »Rückkehr auf den sozialistischen Entwicklungsweg« propagiert. Dazu zeigte sich Woronin gern unter roten Fahnen oder beim Niederlegen von Blumen an diversen Lenin-Denkmälern. Geblieben ist bei dem Altkader auch der Sowjet-Jargon: Das Land brauche eine »Beschleunigung der ökonomischen Entwicklung«. Die ist bitter nötig. Die zwischen Rumänien und Ukraine eingeklemmte Republik mit etwa vier Millionen Einwohnern ist das ärmste Land Europas und von Massenarbeitslosigkeit sowie der Herrschaft mafioser Gruppen geprägt. Ein Großteil der noch funktionierenden Industrie liegt zudem in der abtrünnigen Rebellenrepublik Transnistrien, die sich dem Zugriff der moldauischen Staatsmacht entzieht.

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