Rudolf Scharping
Rudolf Scharping, 53, Bundesverteidigungsminister, strapazierte auf seiner China-Reise Anfang letzter Woche die Geduld seiner Gastgeber. Nachdem er in der Pekinger Residenz des deutsche Botschafters, Hans-Christian Ueberschaer, mit chinesischen Diplomaten und Militärs über Sicherheitspolitik und das geplante amerikanische Raketenabwehrsystem diskutiert hatte, versammelte er trotz später Stunde noch Journalisten zu einem Hintergrundgespräch. Als der Uhrzeiger auf Mitternacht rückte, wurden die zu seiner Begleitung abkommandierten und nach langem Tag offenkundig müden Militärs ungeduldig: Ein Hauptmann der Befreiungsarmee meldete sich an der Pforte und drängte zum Aufbruch. Als er mit seinem Ansinnen scheiterte, reagierten die zivilen Fahrer des Konvois auf die protokollarische Niederlage böse: Sie veranstalteten vor der Botschaft ein nächtliches Hupkonzert.