Salman Rushdie,
44, britischer Schriftsteller ("Die Satanischen Verse"), hat sich am Freitag vergangener Woche überraschend der Öffentlichkeit gestellt. Am dritten Jahrestag der gegen Rushdie verhängten »Fatwa«, des von Chomeini ausgesprochenen Todesurteils, waren prominente Autoren, darunter Tom Stoppard und Günter Graß, in London zusammengetroffen. Am Ende der Veranstaltung trat plötzlich Rushdie auf die Bühne und forderte die britische Regierung in einer 20minütigen Rede dringend dazu auf, mehr »Druck« auf den Iran auszuüben, um die Rücknahme des Mordbefehls gegen ihn zu erzwingen. Sein Fall berühre »die Grundsteine einer jeden freien Gesellschaft«. Rushdie antwortete damit auf Kritik in der Presse: Der Londoner Guardian hatte ihn aufgefordert, die »Rolle als Politiker aufzugeben« und sich wieder ganz der Literatur zu widmen.