Thomas Gottschalk bereitet hier nicht seinen Übertritt zum Privat-TV filmisch auf. Zusammen mit Mike Krüger kann er dank einer genialen Erfindung in jeden Filmklassiker einsteigen und dort mitmischen. Doch die beiden pflücken nicht die Woody Allensche »Purple Rose of Cairo«, Sinnbild für die gekonnte Verschmelzung von Film und Wirklichkeit. Der Film der beiden Supernasen (Deutschland 1985, Regie: Siggi Götz) reitet den Plot durch Übertreibung dermaßen zu Schanden, daß am Ende eine müde Schindmähre über die Ziellinie geht, gestützt von den abgedroschensten Phrasen der Filmgeschichte.
22.55 Uhr. Sat 1.
Nachtblende
Ein Melodram des polnischen Regisseurs Andrzej Zulawski (Deutschland/ Frankreich/Italien 1974) mit Romy Schneider und dem Film-Ekel vom Dienst, Klaus Kinski, das sich morbid und nostalgisch-dekadent gibt. Eine wüste Dreieck-Story zwischen einer Schauspielerin, einem arbeitslosen, müßiggängerischen Filmfan, der ihr Mann ist und sich am Ende während einer »King Kong«-Vorführung in der Kinotoilette vergiftet, und einem skrupellosen Fotoreporter, der ihr Liebhaber ist und in die Abhängigkeit eines säuischen Porno-Produzenten gerät.