Schachspieler
Besonders interessiert hat mich der Aufsatz »Hinter Humboldts Rücken« auf Seite 3 Ihrer Nummer 17. In dem Aufsatz heißt es, daß die Berliner Presse-Archive nichts über Wandel, der heute Leiter der gesamten Kulturpolitik der Ostzone ist, wissen.
Ich kenne Wandel. Vor dreißig Jahren etwa gehörte der heute 46 oder 47 Jahre alte Mann zu dem Kreis der Jungsozialisten in Mannheim. Er war Autodidakt, interessierte sich besonders für Philosophie und suchte auch Anschluß bei jungsozialistischen Kreisen in Heidelberg. Dort wurden Feuerbach und die materialistischen Philosophen studiert. Er lebte wie ein Asket, war von einer undurchdringlichen geistigen Besessenheit. Wandel ging in den dreißiger Jahren nach Moskau und studierte am Ma x-Engels-Institut. Er blieb in Moskau und wurde an einer dortigen Universität Professor für Germanistik. In Moskau fiel er durch sein ausgezeichnetes Schachspielen auf. Als Berlin erobert worden war, kam er mit der Gruppe Pieck im Sonderflugzeug aus Moskau und wurde Leiter der Kulturabteilung bei der Zentralverwaltung der Ostzone.
Köln
BERNHARD ALFMANN