SCHÄCHTEN
(Nr. 12/1954, Deutschland)
... So naheliegend es erscheinen mag, dem geplanten Schächtverbot in Deutschland antisemitische Motive zu unterstellen, so wenig ehrenvoll ist es ... Sie haben in ihrer dankenswerten Aufklärung über das Schächten durch den Artikel »Tierschutz - Mit Ketten gefesselt« sehr richtig darauf hingewiesen, daß dieser Brauch aus klimatischen Notwendigkeiten entsprungen ist ... Nun leben aber die Diaspora-Juden ihren eigenen Worten zufolge in jeweiligen Gastländern. Die Frage käme damit eigentlich darauf hinaus, wie man sich höflicherweise Gastgebern gegenüber verhält, ob man deren Gesetze, Gefühlsleben und dergleichen mehr achtet oder darüber hinweggeht ...
Vergessen wir bei alledem nicht, daß die Bibel kein Herz für das Tier hat ... Diese »Wesenslosigkeit« des Tieres ist auch ins Christentum übergegangen. Aber der Mensch entwickelt sich weiter - göttlichem Ratschluß gemäß. Auch die vorliegende Frage ist in ihm erwacht und kann nicht »ohne Schaden an unserer Seele« rückgängig gemacht werden.
Berlin
Dr. med. W. M. Kranefeldt