Scharia im Kaukasus - DER SPIEGEL
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TSCHETSCHENIEN Scharia im Kaukasus

• aus DER SPIEGEL 3/2008
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Lange kämpften sie gemeinsam gegen Unterdrückung und die russische Militärherrschaft, jetzt haben sie einander den Krieg erklärt: Tschetscheniens Widerstandskämpfer spalten sich in verfeindete Lager. Separatisten, denen es um Eigenstaatlichkeit und Unabhängigkeit von Moskau geht, stehen gegen islamische Extremisten, die einen Gottesstaat errichten wollen. Der soll weit über die Region hinaus den gesamten russisch beherrschten Nordkaukasus umfassen, darunter die zusammen mehr als drei Millionen Einwohner zählenden Teilrepubliken Dagestan am Kaspischen Meer und Inguschien. Der Führer dieser Bewegung und Befehlshaber einer über 1000 Mann starken Guerillatruppe, Doku Umarow, hat sich zum Chef eines »Kaukasischen Emirates« ausrufen lassen. Die Jugend kämpfe »nicht mehr für Demokratie in Tschetschenien, sondern für die Scharia im Kaukasus«, verkündet er. »Mekka statt Straßburg« laute die neue Linie, tönt auch Mowladi Udugow, Chefpropagandist der Rebellen, in Anspielung auf die Parlamentarische Versammlung des Europarats. Dagegen wehren sich Veteranen des Befreiungskampfes, die Ahmed Sakajew führt. Der sitzt in London und betrachtet sich als »Premier einer Exilregierung«, vor dem russischen Einmarsch in Grosny war er Kulturminister. Ziel sei weiterhin die »staatliche Unabhängigkeit«.

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