GROSSBRITANNIEN Schlachtschiff »Royal Oak« ein Umweltrisiko
Als gefährliche Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges entpuppt sich das britische Schlachtschiff »Royal Oak«, dessen Wrack vor den Orkney-Inseln auf dem Grund des Meeres liegt. Schweröl quillt aus dem Rumpf des Großkampfschiffs, das in der Bucht von Scapa Flow im Oktober 1939 torpediert wurde und unterging. Nun bedroht der Treibstoff Robben, Tümmler und Seevögel an den nahen Stränden. Alle Versuche der Royal Navy, die Lecks mit Stahlplatten und Sandsäcken abzudichten, waren in der Vergangenheit gescheitert. Die Arbeiten erwiesen sich auch deshalb als heikel, weil sich die Überreste der »Royal Oak«-Seeleute an Bord befinden.
Taucher haben nunmehr vor, 1800 Tonnen Schweröl aus dem Wrack herauszupumpen - ein schwieriges Unterfangen, für das eigens Löcher in den Panzerstahl gebohrt werden mussten. Die 29 000 Tonnen große »Royal Oak« war von dem deutschen U-Boot-Kommandanten Günther Prien nachts überrascht worden: Der Kapitänleutnant hatte das U-Boot »U-47« unter Wasser an Netzen und Schiffswracks vorbeigeführt, die den Kriegshafen von Scapa Flow abriegeln sollten. Dann stieg das U-Boot an die Wasseroberfläche und gab mehrere Torpedos auf die »Royal Oak« ab. 833 Besatzungsmitglieder gingen mit dem Schlachtschiff unter. Prien und die Mannschaft von »U-47« überlebten den Seekrieg nicht lange: 1941 sank das Boot im Nordatlantik.