Schlag ins Wasser - DER SPIEGEL
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RUSSLAND Schlag ins Wasser

• aus DER SPIEGEL 35/2001
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Die »Kursk« bringt den Kreml weiter in Bedrängnis. Nach dem Untergang des russischen Atom-U-Boots am 12. August vergangenen Jahres in der Barentssee und der vergeblichen Versuche zur Rettung der 118 Mann an Bord droht nun die Bergung zu scheitern - am Wetter sowie an den politischen Vorbehalten der einstigen Weltmacht. Die von Präsident Wladimir Putin versprochene Hebung des Wracks, die ursprünglich im April beginnen und spätestens im August enden sollte, war aus politischen Gründen verschoben worden. Offiziell hatte sich die Kreml-Führung mit einem internationalen Konsortium nicht über die Haftungsfrage einigen können. Tatsächlich war jedoch ausschlaggebend, dass der Inlandsgeheimdienst FSB seine amerikanische Konkurrenzorganisation am Werk sah: Das beteiligte US-Unternehmen Halliburton hält er für eine »Firma unter der Patronage der CIA«. Die schließlich beauftragte holländische Mammoet Transport BV, die den Kreml-Agenten als unverdächtig gilt, will die Bergung mit den Russen bis zum 20. September bewerkstelligen. Am vorigen Donnerstag lief in Sewerodwinsk nahe Murmansk, wo 1994 auch die »Kursk« fertig gestellt wurde, einer der beiden Hilfspontons vom Stapel, untermalt von Marschmusik aus Sowjetzeiten. Doch Mammoet-Chef Frans van Seumeren musste gestehen, dass heftige Winde die Hebung akut gefährden: »Das Wetter ist der große Faktor.« Der Bergeponton kann nur einen Wellengang bis zu zwei Metern verkraften. Vergangene Woche aber erreichten die Wellen an der Unglücksstelle eine Höhe von zweieinhalb Metern. Bei einem Treffen mit dem Gouverneur der Region erkundigte sich Putin darauf »äußerst besorgt nach dem Stand der Hebungsarbeiten«, so ein Berater. Dass der Kreml die »Kursk« überhaupt noch birgt, will die Mehrheit der Bevölkerung offensichtlich nicht glauben. Nach einer Umfrage des Moskauer Meinungsforschungsinstituts Wziom plädieren außerdem 57 Prozent der Russen dafür, die »Kursk« auf dem Grund liegen zu lassen - als Seemannsgrab in über 100 Metern Tiefe.

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