MUSIKINDUSTRIE Schlappe Superstars
Kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts sorgt sich die Musikindustrie um die immer geringer werdende Zugkraft der Superstars. Das Weihnachtsgeschäft macht knapp ein Drittel der Jahresumsätze aus. Doch in diesem Jahr scheint es nicht in Schwung zu kommen: Bis jetzt erreichte in den USA kein einziger Künstler die magische Grenze von einer Million verkaufter Platten in der ersten Woche nach Veröffentlichung. In Deutschland schaffte es als Einziger bislang nur Robbie Williams über die wegweisende Messlatte von 100 000 Alben. Die erste Woche nach Erscheinen ist vor allem bei den etablierten Stars die wichtigste, weil ihre Fans bei der meist lang erwarteten Platte direkt zugreifen. Selbst Justin Timberlake konnte in den USA die Million nicht knacken und landete bei rund 680 000 Alben. Zum Vergleich: Mit seiner Boyband 'N Sync debütierte Timberlake im Jahr 2000 noch mit 2,4 Million Alben. Selbst große Werbeetats helfen nichts mehr, wie das neue Album von Christina Aguilera zeigt, das bei gerade 342 000 Verkäufen landete. In Deutschland schafften es dieses Jahr einige zumindest nahe an die magischen hunderttausend: Die Red Hot Chili Peppers verkauften fast 90 000 Alben in der ersten Woche, Rosenstolz immerhin 85 000 - die deutsche Band liegt mit insgesamt einer halben Million verkaufter Platten derzeit auch bei den Gesamtverkäufen in diesem Jahr vorn.