Schmal, murmeläugig - DER SPIEGEL
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PLAYBOY Schmal, murmeläugig

• aus DER SPIEGEL 30/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Schon sein erstes Heft bereitet dem neuen"Playboy«-Chefredakteur Stefan Gessulat Ärger. Dabei war von seinem Vorgänger Peter Lewandowski alles so schön geplant: Bilder von der drallen Ramona Drews, dazu ein längeres Stück über die Frau des Schlagersängers Jürgen Drews aus der Feder der Kisch-Preisträgerin Antje Potthoff. Doch statt deren Beobachtungen ("Schmal, murmeläugig, die Lippen prall") erschien die Bildstrecke lediglich von ein paar Kurzsätzen flankiert: »Da ist Musik drin!« Gessulat, heißt es in der Redaktion, habe der Text nicht gefallen - laut Potthoff habe er ihn gegenüber Mitarbeitern gar als »Dreck« bezeichnet. Der neue Chef, zuvor Vize-Boss bei »Für Sie«, bestreitet die Vorwürfe - ihm sei der Text bis vor wenigen Tagen unbekannt gewesen. »Es wäre mir außerdem neu, dass wir zu den Covergirls längere Artikel drucken.« Auch die Nacktbilder der Dame fanden wenig Gnade, kurzerhand ließ er ein neues Titelfoto anfertigen. Künftig will er wieder längere Interviews bringen, das Maß der Erotikstrecken aber nicht ändern. Die »Playboy«-Auflage ist im zweiten Quartal 2000 auf 198 000 Stück gesunken, fast 80 000 weniger als im gleichen Vorjahresquartal.

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