MONACO Schmutziges Geld
Über zehn mal mehr Konten als Einwohner (32 000): Mit seinen 49 Banken ist das Fürstentum von Rainier, Caroline, Stéphanie und Thronfolger Albert alles andere als ein Operettenstaat. Ein Bericht des französischen Parlaments erklärte Monaco jetzt eher zu einem Reich der Finsternis. Der Ministaat auf dem Mittelmeerfelsen, der seit 1641 unter französischem Schutz steht, soll ein willfähriger Helfer internationaler Geldwäscher sein. Die Abgeordneten verübeln Monaco zwar nicht, dass es ein Steuerparadies für begüterte Privatpersonen ist, aber über 60 Prozent des dort angelegten Kapitals gehört Nichtansässigen. Die Gesetzgebung und die Bankenkontrolle seien derart lax und undurchsichtig, dass illegales Geld ohne Rücksicht auf die Herkunft angezogen werde. Das Fürstentum stelle sich deshalb »an den Rand einer Staatengemeinschaft, zu der es dennoch gehören will«, so der Befund. Hinter den zahlreichen Offshore-Gesellschaften seien die wahren Besitzverhältnisse nicht mehr zu klären, die Finanzgesetze begünstigten die Verschleierung, und die Justiz gehorche politischen Weisungen. So werde beim Verdacht der Geldwäsche in der Regel auf Wink von oben nicht energisch ermittelt, um Anleger nicht abzuschrecken. In sechs Jahren haben die monegassischen Banken nur 266 Verdachtsfälle gemeldet. Selbst wenn Unbekannte mit Koffern voll Bargeld ankommen, geben sie sich ohne Überprüfung etwa mit der Auskunft zufrieden, die Summe stamme aus einem Immobiliengeschäft. Die Parlamentarier sind empört, dass Monaco trotz ihrer Erkenntnisse nicht auf der Ende vergangener Woche in Paris veröffentlichten Liste der 15 »nicht kooperationswilligen Staaten« beim Kampf gegen die internationale Geldwäsche steht. Die französischen Abgeordneten empfehlen darüber hinaus, die administrative und steuerliche Hilfe ihres Landes für Monaco einzustellen. Da das Fürstentum nur über 5000 eigene Staatsbürger verfügt, wäre damit seine Überlebensfähigkeit in Gefahr.