SCHNAPPSCHUSS - DER SPIEGEL
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Briefe

SCHNAPPSCHUSS
• aus DER SPIEGEL 30/1966
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SCHNAPPSCHUSS

Ich gratuliere Ihnen zu der großartigen Aufnahme des »traditionsbewußten« Delegierten des NPD-Parteitages in Karlsruhe. Wenn Thielen, von Thadden und Co. noch so beteuern, sie hätten mit Hitler nichts gemein, ihr Fußvolk zeigt ihnen deutlich, wohin der Wind zu wehen hat.

Karlsruhe HERBERT WIECZOREK

Dem NSDAP-Abzeichen-Träger ist mit dem Bild im Hinblick auf die Kürze Ihres Berichts zuviel Platz eingeräumt worden, da er durchaus nicht »das Mitglied der NPD« verkörpert oder die Gesinnung derselben widerspiegelt. Im übrigen wünsche ich diesem Andenkensammler den Ausschluß aus der NPD.

Tönning (Schlesw.-Holst.) HANS GEORG ANDRESEN

Nachdem sogar von jüdischer Seite ein verhältnismäßig guter Leumund die NPD abgegeben wurde (Israel Botschafter Ben Nathan: »"Von seiten der NPD droht der Demokratie keine Gefahr"), kann der SPIEGEL seinen Verleumdungen noch nicht absagen. Es sei ihm aber empfohlen, sich einen besseren Photomonteur zuzulegen. Das abgebildete Parteiabzeichen der NSDAP war etwas zu groß geraten; außerdem leuchtete es zu stark aus dem dunklen Hintergrund hervor.

Kiel O. R. GEJOT

Was hat der Verderber der deutschen Wirtschaft, Ludwig Rosenberg, für die Fälschung bezahlt?

Ingolstadt WILLI REIMER

Das Partei-Abzeichen der NSDAP ist mir über alle Maßen so in die Augen gesprungen, daß ich es nicht unterlassen konnte, dieses Photo genauestens zu untersuchen und auszumessen. Dabei bin ich zu der Ansicht gelangt, daß es sich hier nur um eine Photomontage handeln kann.

Köln JOACHIM WEIER

Als alter SPIEGEL-Leser sehr enttäuscht, daß Redaktion wagt, derartig stümperhafte Photomontage anzubieten. Glaubte bisher, daß SPIEGEL seine Leser nicht für derartig blöd halten würde, solch phototechnisch unmögliche Dinge abzunehmen.

Stockum (Nordrh.-Westf.)

HEINRICH ADOLF WILSMANN

Noch nie so gelacht wie über Photo eines Delegierten mit NSDAP-Parteiabzeichen hinter Revers: ein solcher Glücksschuß bei 5000 Teilnehmern nach dem Motto »Wer sehen will, der sehe«!

Frankfurt OTTO ANDREE

Statt den von tiefer Sorge um das Wohl unseres Volkes erfüllten Reden auf dem Parteitag zuzuhören, hatte Ihr SPIEGEL-Reporter offenbar nichts Besseres zu tun, als durch die Reihen zu schleichen und nach belanglosen Randerscheinungen zu suchen.

Bamberg G. MERCK

Klingt es nicht grotesk, daß bei mehreren Tausenden Parteitagsbesuchern ausgerechnet bei einem NPD-Mitglied der Jackenaufschlag mit ehemaligem Parteiabzeichen photogen umgekrempelt und detektivfindig der Berichterstatter zum Schnappschuß des im übrigen unnatürlich scharfen winzigen NS -Symbols zur Stelle war?

Bielefeld GERD REICHENBACH

Zu Hermann Schreibers Glosse über den NPD-Parteitag möchte ich bemerken,

daß ich sie für einen zu laschen, zu feinen, zu vorsichtigen Verriß der neuen Nazis halte. Die NPD ist nicht mehr und leider auch nicht weniger als eine übelriechende Blume, die im braunen Sumpf wurzelt, und das sollte man nicht verschweigen, wenn man schon nicht fordern will, daß sie endlich verboten wird (was die beste Lösung wäre). Für mich darf ich festhalten, daß der SPIEGEL durch unklare Formulierungen und zu vorsichtige Stellungnahmen die Bewegung zu einem neuen braunen Abgrund forciert hat. Daran werde ich Sie erinnern, wenn wir uns im gleichen KZ wiedersehen.

München WERNER A. FISCHER

Ihre widerliche Reportage der Geschehnisse auf dem Karlsruher NPD -Parteitag erinnert mich sehr an das verlogene und haßerfüllte Geschmiere der NS -Presse aus der Hitlerzeit.

Kaiserslautern

FRIDOLIN LIEDTKE

Ich lese seit Jahren Ihre Zeitschrift und habe sie seit einem halben Jahr sogar abonniert. Ich habe Ihre Zeitschrift bisher immer für unparteiisch und sauber gehalten, was Sie jedoch über die NPD und deren Parteitag schreiben, ist gelinde gesagt eine Schmiererei. Ihrem Bericht nach setzt sich die Mitgliederzahl der NPD nur aus Narren, Säufern, Phantasten und geistlosen Rabauken zusammen. Saarbrücken

MANFRED GELSZAT

Leider ist man gezwungen, Ihr Magazin zu lesen, um politisch informiert zu sein. Ich werde künftig bei der Lektüre Ihres Erzeugnisses Handschuhe anziehen.

Landstuhl (Rheinl.-Pfalz) HANS MÜLLER

NPD-Delegierter in Karlsruhe, NSDAP-Abzeichen

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