MODERATOREN Schneller, aktueller
SPIEGEL: Frau Ruperti, Sie geben die Moderation von »Hallo Deutschland« im ZDF auf und werden Moderatorin bei »Mona Lisa«. Warum?
Ruperti: Drei Jahre habe ich jetzt »Hallo Deutschland« moderiert. Das war eine sehr schöne Zeit, aber ich mag nicht ewig das Gleiche machen. Außerdem konnte ich das Angebot meines neuen Chefredakteurs Nikolaus Brender einfach nicht ablehnen, Moderatorin bei »Mona Lisa« zu werden. »Mona Lisa« hat zwar mit der Quote Probleme, ist aber eine wirklich spitzenmäßige Sendung, die eben nicht Boulevard macht oder versucht, wie das Privatfernsehen zu sein.
SPIEGEL: Was qualifiziert Sie für die Sendung?
Ruperti: Ich werde demnächst 48 Jahre alt, bin also nicht mehr ganz jung und habe Erfahrungen gemacht, die viele Frauen machen, wenn sie arbeiten und gleichzeitig Kinder großziehen. Als berufstätige Mutter musste ich eine Reihe von Konflikten bewältigen, aber dafür bekomme ich auch sehr viel zurück. Ich weiß also, wovon ich rede, wenn ich ein Frauenmagazin moderiere.
SPIEGEL: Schreiben Sie Ihre Moderationen eigentlich selbst?
Ruperti: Ja. Ich habe sie immer selbst geschrieben. Und bei einer monothematischen Sendung wie »Mona Lisa« kann man seine Moderationen auch nicht auf einer Pobacke absitzen.
SPIEGEL: Mit Ihnen soll die Sendung ein neues Konzept bekommen.
Ruperti: Wir wollen mehr Themen bringen, die in der Luft liegen, die aktuell sind, aber nicht tagesaktuell. Die Vergabe von Green Cards an Computerspezialisten war so ein Thema, das »Mona Lisa« auch aufgegriffen hat.
SPIEGEL: Das Magazin will außerdem mehr junge Zuschauer gewinnen.
Ruperti: »Mona Lisa« ist für junge Frauen interessant, weil sie in der Phase sind, in der sie die Weichen für ihr Leben stellen, in der sich ihnen die meisten Chancen bieten. Sie müssen entscheiden, ob sie sie annehmen oder nicht, ob sie Kinder wollen oder Karriere oder beides. Wir wollen aber nicht nur junge, sondern alle Frauen interessieren.