NEONAZIS Schutzschild NPD
Die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht. Anfang des Jahres registrierten die Landesämter für Verfassungsschutz bundesweit 7500 Neonazis, die sich für Anschläge auf Asylheime oder jüdische Einrichtungen aussprachen; Ende 1994 waren es noch 5400 gewesen. Allein in Niedersachsen stieg die Zahl von 290 auf 600. Viele von ihnen schlossen sich statt in Vereinen in sogenannten Kameradschaften zusammen, um drohenden Vereinsverboten zu entgehen.
Besonders in Ostdeutschland, so die Verfassungsschützer, wird die NPD zum Sammelbecken für Jungnazis. Erstmals bekomme die unter Rechtsextremisten eher als altbacken eingeschätzte Partei wieder Zulauf von Mitgliedern insbesondere im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Allein in Sachsen zähle die NPD bereits über 1000 Mitglieder. Bundesweit stieg die Zahl der Anhänger von rund 3500 auf deutlich über 4000. Nach den zahlreichen Verboten rechtsextremer Vereinigungen diene die Partei, so ein Verfassungsschützer, »als Schutzschild« vor den Zugriffen des Staates.