Schwefel - DER SPIEGEL
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Schwefel

• aus DER SPIEGEL 14/1951
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Amerikaner liefern nicht mehr genug Schwefel für ihre britischen Atlantikpakt-Verbündeten. Amerika fördert 95 Prozent der Welt - Schwefelproduktion. Wegen Schwefelmangels wurde die Produktion der englischen Kunstseidenfabriken um ein Fünftel eingeschränkt, die Preise für Photo-Entwickler sind innerhalb einer Woche um 150 Prozent gestiegen, die Amateurfilmproduktion wird herabgesetzt werden müssen, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten für die Stahlfabriken und Oelraffinerien. Amerika hat England schon vor zweieinhalb Jahren gewarnt, es könne nicht mehr mit erhöhten Schwefellieferungen rechnen.

Die Amerikaner legten inzwischen eine Reserve von zwei bis drei Millionen Tonnen an, damit sie ihre Industrie im Notfall acht Monate in Gang halten können. Man würde in Washington, heißt es in Meldungen aus Amerika, mehr Verständnis für Englands Schwefelnot aufbringen, wenn England seinerseits mehr Verständnis für Amerikas Wunsch zeigte, die Lieferungen von Malaya-Kautschuk nach Rotchina aufhören zu lassen.

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