Schweiz - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Schweiz

• aus DER SPIEGEL 19/1984
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Datum: 7. Mai 1984 Betr.: Schweiz »Hiermit«, schrieb die Internationale Mannequin-Schule H. v. Bienert, Zürich, an SPIEGEL-Redakteur Michael Haller, »bestellen wir 1 Exemplar DER SPIEGEL mit Ihrer Reportage über Zürich« - in Zürich nämlich »waren leider alle Exemplare vergriffen ... Wir fuhren bis nach Basel und in die BRD nach Waldshut, doch überall war gerade Ihre Reportage ausverkauft, folglich erlauben wir uns, diese Bestellung an Sie direkt zu adressieren«.

Es war nicht die einzige Nachbestellung, die Haller und den SPIEGEL erreichte, nachdem in Heft 15/1984 Hallers Bericht über »Moral und Selbstverständnis der Zwingli-Stadt« erschienen war. Das Zürich-Porträt hat in der Schweiz Furore gemacht, seine Kritik an den »Glitzerfassaden steinharter Bürgerlichkeit« ein Echo ausgelöst, das immer noch nachhallt.

Telephon-Anrufer dankten dem Autor für seinen Artikel und boten eigene »schlimmere« Zürich-Erfahrungen an, anonym hörte er sich als »deutsche Drecksau« beschimpft und in den »Osten« verwünscht. Aus der »Neuen Zürcher Zeitung« tönte es wie gewohnt: »hämischer Zynismus«. Die »Züri Woche« forderte ihre Leser zur Meinungsäußerung auf (siehe »Rückspiegel« Seite 258) und druckte Woche für Woche ganze Seiten mit Stellungnahmen zum »Zürich-Verriß« des SPIEGEL, letzte Woche ein Schlußwort von Haller. »Züri«-Bilanz: »Etwas mehr als ein Drittel der Verfasser sind mit Haller einverstanden.«

So ähnlich war es schon früheren SPIEGEL-Beiträgen ergangen, die sich mit der Schweiz befaßten. Das Land, in das allein fast 30 Prozent der SPIEGEL-Auslandsauflage geliefert werden, reagiert auf SPIEGEL-Kritik stets mit besonderer Vehemenz, ob patriotisch vergrätzt oder selbstkritisch zustimmend. Neu für Redakteur Haller: Eine Leserin seines »Glitzerfassaden«-Berichts, die ihn eines Besseren belehren will, lud ihn zu einem Rundgang durch »mein fröhliches Zürich« inklusive »Nachtessen« ein. Die Einladung ist angenommen.

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