Sensiblere Einstellung - DER SPIEGEL
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Briefe

Sensiblere Einstellung
• aus DER SPIEGEL 29/1998
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Sensiblere Einstellung

Nr. 27/1998, USA: Immer mehr Hinrichtungen; Deutsche Mutter will Tochter aus der Todeszelle holen

Seit drei Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Todesstrafe in den USA und habe daher unzählige Berichte darüber gelesen. Mein Freund Richard Wayne Jones ist seit über 10 Jahren im Todestrakt von Huntsville, Texas. Zusammen mit Freunden aus der Schweiz und Italien kämpfe ich verzweifelt um Gerechtigkeit für Richard. Debbie und Richard haben etwas gemeinsam - nämlich beide konnten sich keine angemessene Verteidigung und lebensnotwendige Ermittlungen leisten. In den USA gilt der Grundsatz: ,,You get the justice you can buy!« Traurig, aber wahr!

ROSENHEIM MARIANNE ZIMMER

Als Deutscher mit Erfahrungen über den braunen und roten Rechtsterror ist man möglicherweise sensibler eingestellt als ein amerikanischer Bürger. Aber das, was wir vom Rechtsempfinden einer westlichen Demokratie erwarten, ist in den USA leider nicht so leicht zu finden. Die Meinung der amerikanischen Rechtsanwaltskammer, wonach die Frage, »wer stirbt und wer lebt«, dadurch entschieden wird, »welchen Anwalt der Angeklagte bekommt«, macht den fundamentalen praktischen Unterschied im Rechtssystem diesseits und jenseits des Atlantiks deutlich.

ST. AUGUSTIN (NRDRH.- WESTF.) GERT OVERHOFF

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