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Hausmitteilung Serie

• aus DER SPIEGEL 22/1983
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Datum: 30. Mai 1983 Betr.: Serie Ende September 1980 sagte der SPD-Bundestagskandidat des Wahlkreises 202 Ingolstadt, Karl Weinhofer, dem SPIEGEL-Reporter Jürgen Leinemann am Telephon zu, sich - von den letzten Tagen des Wahlkampfes an bis mindestens zur Halbzeit der Legislaturperiode - von ihm bei seiner politischen Alltagsarbeit begleiten zu lassen. Es wurde - wegen des Regierungswechsels - eine ganze daraus, plus noch ein Wahlkampf.

Am 1. Oktober 1980 traf Leinemann seinen Kandidaten »Charly«, Oberstudienrat, verheiratet, Vater von drei Kindern, bei einer Wahlveranstaltung in Ingolstadt zum ersten Mal. Über seine bevorstehende Abgeordnetenzeit sagt er vorsichtig: »Man hört, da soll man sich keine Illusionen machen.«

Kein Wunder, er hatte welche. Wie ihm die durch den Alltag in Bonn und im heimischen Wahlkreis in den folgenden knapp tausend Tagen vergingen, hat Leinemann in siebzehn Notizblöcken festgehalten. Sie redeten nach Ausschußsitzungen und Fraktionsberatungen, während der Regierungskrise und nach Ortsvereinsversammlungen im heimischen Wahlkreis. Der Kandidat nahm ihn mit auf Spaziergänge an die Altmühl, an den Stammtisch, auf die Dörfer und in sein Haus mit herrlichem Blick auf die alte Bischofsstadt Eichstätt. Im kleinen Regierungs-Bonn liefen sie einander sowieso immer über den Weg.

Warum das alles? Der Verlust an Wirklichkeit in Bonn ist groß. So wenig die Volksvertreter über ihre Basis wissen mögen, noch viel weniger weiß das Volk über die Mehrheit seiner Bonner Vertreter. Über den durchschnittlichen Abgeordneten hört die Fernsehnation nur, wenn er höhere Diäten will. Aber was macht er eigentlich für unser Geld?

Und warum gerade Karl Weinhofer? Warum nicht? Es ging nicht um ein Psychogramm eines speziellen Politikers, sondern um die Darstellung eines typischen Falles.

Tapfer und ehrlich hat Weinhofer durchgehalten: »Was ich mal anfange, mach' ich auch zu Ende.« Natürlich war er - Politiker, der er ist - hin- und hergerissen, ob es vorteilhaft oder nachteilig für seine weitere Laufbahn sein könnte, in einer SPIEGEL-Serie abgehandelt zu werden. Wenn ihm Zweifel kamen, knurrte er: »Ach was, es ist ganz gut, wenn alle mal wissen, wie es wirklich zugeht« (Seite 141).

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