So oder so nach Gorleben - DER SPIEGEL
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Atomenergie So oder so nach Gorleben

• aus DER SPIEGEL 34/1996
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Streit um den Transport von abgebrannten Brennelementen in das Zwischenlager Gorleben gerät der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) in die Defensive. Der Sozialdemokrat wirft dem Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar und den RWE vor, ihn mit »offenbar unsinnigen« Castor-Transporten zu belasten. Es gebe in beiden Kernkraftwerken Zwischenlagerkapazitäten genug für 10 bis 15 Jahre. Schröder: »Was immer aus Süddeutschland angekündigt wird, ist reine Provokation.« Anders aber als im Atommeiler Philippsburg, aus dem der erste Castor-Transport stammte, ist im Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar das Naßlager bis auf eine gesetzlich vorgeschriebene und eine kleine Eigenreserve mit Brennelementen gefüllt. Ähnlich sieht es im RWE-Atommeiler Gundremmingen aus. Dort werden die Brennelemente von nächster Woche an in Castor-Behälter gepackt und erst mal auf dem Hof abgestellt. Beim Kraftwerk Neckar beginnt diese Prozedur Anfang September. Die Strommanager sind entschlossen, die Behälter noch in diesem Jahr nach Gorleben zu schicken.

Sollten die Transporte verhindert werden, müssen die Brennelemente zur Wiederaufarbeitung ins französische La Hague. Das ist doppelt so teuer. Vor allem aber fällt dabei - neben hochaktivem und geringer strahlendem Atommüll - der Bombenstoff Plutonium an. Dieser gefährliche Abfall muß zurückgenommen werden und landet in ein paar Jahren in Gorleben.

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