Solarplexus der Friedensapostel - DER SPIEGEL
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Briefe

Solarplexus der Friedensapostel
• aus DER SPIEGEL 49/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Solarplexus der Friedensapostel

Nr. 47/2001, Essay: Warum Weltanschauung nach dem 11. September für Intellektuelle ein schwieriges Geschäft geworden ist

Cordt Schnibben trifft diese seltsamen deutschen Friedensapostel von Martin Walser bis Christoph Hein auf den Solarplexus ihres pathologischen Anti-Amerikanismus. Energischster Widerstand also gegen sie, deren Empörung über die Reaktionen der Betroffenen stärker ist als ihre Empörung über den Anschlag vom 11. September selbst! Milosevic noch in Belgrad statt in Den Haag und die Taliban noch in Kabul - so sähe die Welt aus, wenn es nach ihrem Gesinnungspazifismus ginge. Klar gestellt: Pazifismus in einer nichtpazifistischen Welt ist keine Alternative, sondern nur ihre Vorspiegelung. Tatsächlich zementiert er Terrorherrschaft und Menschenrechtsverletzungen. Mit anderen Worten, meine Herren Kanzler-Berater: Pazifismus in einer nichtpazifistischen Welt läuft objektiv auf Täterschutz hinaus. Dass ich dies hier schreiben kann, verdanke ich übrigens, lang, lang ist's her, aber unvergessen, meinen Befreiern vom Mai 1945 - Soldaten!

KÖLN RALPH GIORDANO

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