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Briefe

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• aus DER SPIEGEL 16/1962
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Daß Dehlers Äußerungen so arg krumm genommen worden sind, ist immer noch ein Ausfluß der zwölfjährigen Menschheitserziehung im Tausendjährigen Reich.

Mannheim-Waldhof KARL RÖSER

Wir waren alle Zeuge einer modernen Inquisition. Urteil: Auf den Scheiterhaufen mit dem Thomas.

Neumünster (Holst.) THOMAS CLEMENTSEN

Wenn Dr. Dehler meint, die marxistisch-ideologischen Fragen hätten für die politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion nur nebensächliche Bedeutung, weil die machtpolitischen Verhältnisse vordringlich seien, so hat er hier gerade darin schwer unrecht! Die marxistisch ideologischen Fragen sind doch für Herrn Chruschtschow von ausschlaggebender Bedeutung, wie er das auf den Moskauer Parteitagen ja in überdeutlicher Weise immer wieder zum Ausdruck bringt.

Gummersbach (Bay.) MAX GENSCH

In jedem Falle darf die heranwachsende Generation in diesem Politiker ein Vorbild dafür sehen, wie man mit dem Mut zur schonungslosen Wahrheit gegen krankhafte politische Vorurteile und einen giftigen Opportunismus angeht.

Eichstetten (Wttbg.) WOLFGANG GROSHOLZ

Wenn Dr. Dehler auf Ihre entscheidende Frage, wie der Rapallo-Vertrag des Jahres 1962 ungefähr aussehen könnte, antwortet, daß er damit »hier und jetzt überfordert« sei, so ist das doch mehr als enttäuschend. Der gute Wille und das unentwegte Sichbemühen« retten da auch nichts mehr. Dr. Dehler scheint nur mit überspitzten Redensarten, nicht aber mit wirklich durchdachten Vorschlägen »Ärgernis im biblischen Sinne« geben zu können.

Berlin PETER SPOER

Der bisherige Verlauf der Genfer Konferenz beweist, daß der Herr Bundeskanzler die Konferenzchancen richtiger beurteilt hat als der optimistisch eingestellte Herr Dehler. Auch die von Herrn Dehler beanstandete Offenheit, mit der der Bundeskanzler seinem Pessimismus Ausdruck verlieh, ist nur zu begrüßen. Denn es steht einem wirklichen Staatsmann besser an, dem Volk und der Welt die Wahrheit zu sagen als schön zu reden, nur, um der aussichtslosen Konferenz eine Chance zu geben.

München H. MARTIN

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