Sound der Möhre - DER SPIEGEL
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Sound der Möhre

• aus DER SPIEGEL 34/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sein Vorname ist Hademar, das klingt ein wenig nach Waldeslust (wie Waldemar), aber auch nach leicht lästigem Insistieren (wie Nachtmahr). Der ganze Mann heißt Professor Hademar Bankhofer, und er hat wirklich etwas mit dem Schönen und dem ewig als Aufgabe vor dem Menschen Stehenden zu tun.

Bankhofer ist Deutschlands immer mächtiger werdender Gesundheitsapostel. Der österreichische Medizinjournalist ist im Rundfunk, in Büchern, in Zeitungen und im Frühstücks-TV auf atemberaubende Weise präsent.

Es sind weniger Hademars Argumente, mit denen er für Tigerbalm gegen Erkältung wirbt oder für Kefir auf dem Müsli oder - igitt - für knackiges Gemüse am frühen Morgen.

Bankhofer bezwingt durch seinen austriakischen Tonfall, der alle »Ei« in Eiweiß zum Schmelzen bringt, der das Ohr so kitzelt, dass an sich vernünftige Menschen sauscharfe Ingwerwurzeln gegen Mundgeruch herunterwürgen.

Auch das Äußere des Herrn Professor verführt zum gesunden Leben: Mit seinem Silberhaar und dem Halstüchlein sieht er schon um 7.45 Uhr bei Frühstücks-TV-Moderatorin Inka Schneider aus, als habe er mit der zur Kur weilenden Mutter Natur die Nacht in Baden-Baden durchtanzt. Bankhofer - das ist das Lied in den Möhren, der Sound des Salats, die Sonne im naturtrüben Apfelsaft. Fruchtessig am Morgen - dank Hademar schlucken wir dich und schütteln uns vor Gesundheit.

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