Späte Entschädigung - DER SPIEGEL
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SLOWAKEI Späte Entschädigung

• aus DER SPIEGEL 40/2002
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Gut 57 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat die Regierung von Mikulás Dzurinda beschlossen, slowakische Holocaust-Opfer zu entschädigen. Das von Hitler kontrollierte Regime des Nationalisten Jozef Tiso hatte zwischen März und Oktober 1942 mehr als 50 000 Juden aus der Slowakei in deutsche Konzentrationslager deportiert. Nur knapp 300 überlebten. Zynischerweise mussten die Juden für ihre Ermordung auch noch selbst bezahlen: Die Nazis verlangten von Bratislava für jeden ausgelieferten Juden 500 Reichsmark. Tisos Regime finanzierte diesen Betrag aus beschlagnahmtem jüdischen Vermögen. Heute leben wieder rund 3000 Juden in der Slowakei. Im März 2001 war eine Entschädigungsklage des jüdischen Zentralverbands gegen die Bundesrepublik vom Berliner Landgericht in erster Instanz abgewiesen worden. Lediglich Zwangsarbeiter konnten nach der Einigung Berlins mit den internationalen Opfervertretern bislang auf eine symbolische Entschädigung hoffen. Bratislava will nun bis 2012 rund 19 Millionen Euro bereitstellen. Das Geld wird an Holocaust-Überlebende gezahlt und für jüdische Kulturprojekte ausgegeben. Die Entscheidung darüber fiel, nachdem im Juli vor allem die USA Druck auf die Slowakei ausgeübt hatten, endlich die Vergangenheit aufzuarbeiten. Ansonsten sei der Nato-Beitritt des Landes in Gefahr, hieß es damals.

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