Späte Rache - DER SPIEGEL
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Briefe

Späte Rache
• aus DER SPIEGEL 9/2001
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Späte Rache

Nr. 7/2001, TV-Humor: Stefan Raabs Lachsack-Diktatur

Muss denn immer alles ernst und vernünftig sein? Natürlich kann man Stefan Raab nicht mit Argumenten verteidigen, aber mein Leben ist voll mit Rationalität, was spricht denn dann dagegen, sich zur reinen Unterhaltung ab und zu diesen Schwachsinn anzugucken?

GUNDELFINGEN (BAD.-WÜRTT.) KLEMENS NÜBLER

Mit großem Vergnügen habe ich Ihre Anmerkungen zur »Tyrannei der Lachsäcke« gelesen. Man hat fast den Eindruck, dass die über 50-Jährigen aus lauter Angst, man könne sie zum »alten Eisen« rechnen, sich inzwischen nicht mehr trauen, diesen pubertären Unsinn und diese Art von »BSE«-Programmen zu kritisieren. Herzlichen Dank dafür, dass Sie es trotzdem wagen. Vor einiger Zeit habe ich in einer renommierten Zeitung gelesen, dass Dieter Stolte, weil er erklärt hatte, einen wie Stefan Raab nicht im ZDF beschäftigen zu wollen, als Intendant doch wohl kaum wiederwählbar wäre. Mir war Stolte danach nur noch lieber. Ist es eine Generationsfrage, über einen mondgesichtigen Dauergrinser, der seine Späße nur auf Kosten anderer macht, nicht lachen zu können, oder ist es nicht eher eine Frage des guten Geschmacks? Vielleicht erledigt sich dieser ärgerliche Unsinn ja irgendwann von selbst; die Quoteneinbrüche beim »Doof«-TV lassen doch hoffen.

HAMBURG DR. DIETER WEDEL

Im Gegensatz zu meiner Jugend, Jahrgang 44, haben die Kids wenigstens etwas, worüber sie im Fernsehen lachen können. Nach meiner »Lassie«- und »Fury«-Phase habe ich 20 Jahre so gut wie keine Glotze mehr geguckt. Heute kann man zumindest umschalten, und Stefan Raab kann man zugute halten, dass er die Scheiße, die er gnadenlos parodiert, beim Namen nennt. Sonst macht es ja keiner. Für mich ist das die späte Rache für das, was die Öffentlich-Rechtlichen mir und meiner Generation zugemutet haben.

WALDKIRCH (BAD.-WÜRTT.) JOCHEN THOBE

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