SPALTER-DENKMAL - DER SPIEGEL
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Briefe

SPALTER-DENKMAL
• aus DER SPIEGEL 16/1970
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SPALTER-DENKMAL

(Nr. 13 bis 151970, SPIEGEL-Serie über Jakob Kaiser und die deutsche Einheit)

Wem bei dieser Lektüre noch nicht Augen und Ohren dafür aufgegangen sind, wes Ungeistes Kinder und Verwalter Barzel, Kiesinger, Strauß und Co. sind, dem sollte -- wenn es möglich wäre -- das Wahlrecht auf Lebenszeit entzogen werden. Diese Herren dürfen nie mehr Regierungsverantwortung tragen. Wen wundert aber auch nach dem Studium dieser Dokumentation noch der geifernde EUer, mit dem sie die nach Osten tastenden Hände von Willy Brandt und Walter Scheel bespucken?

Metzkausen (Hessen) ALFRED HEIDEN

Führt nicht eine direkte Linie von der Separatisten-Bewegung nach dem Ersten Weltkrieg zu den Bemühungen nach dem Zweiten Weltkrieg dahingehend »los von Berlin« und »los von Preußen«?

Bonn O. GÜNTER

Könnte Herrn Adenauer nicht in Rhöndorf ein »Spalter-Denkmal« gesetzt werden?

Bad Segeberg (Schl.-Holst.)

GEORG MÜLLER

Bravo für diese Artikelserie und die verdiente Erwähnung der Bemühungen Jakob Kaisers! Adenauer war kein »großer Deutscher, er war ein »großer Rheinländer«. Ein großer Deutscher hätte nie Bonn zur Hauptstadt erklärt, nie die Teilung Deutschlands mit angestrebt -- denn an der sind nicht nur die Siegermächte schuld (!) -, nie abfällig über Nicht-Rheinländer gesprochen ... ein »großer Deutscher« wäre viel wendiger und von Vorurteilen frei gewesen ... Adenauer gehörte zu jenen Deutschen, für die Bismarck anscheinend noch nicht gelebt hat! Vielleicht urteilt die Geschichte einmal ganz anders über diese Ära, als das heute noch allenthalben von Deutschen in Deutschland geschieht. Zu einem Deutschland aber, wie es Jakob Kaiser vorschwebte, wird es nun nicht mehr kommen können, vielleicht jedoch eines Tages zu einem »geregelten Nebeneinander« zweier Staaten, wie man es bei all dem Dilemma nur noch wünschen kann.

z. Z. Zell (Bayern) URSULA D. RIHM

Als Sie dem früheren Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Theodor Steltzer, in einer Bildunterschrift das Etikett »Adenauer-Anhänger« verpaßten, haben Sie Stoff für eine Hohlspiegel-Notiz geschaffen. Warum Steltzer im Februar 1947 auf der Königsteiner CDU-Tagung in Adenauers Kerbe haute und das Mißtrauen gegen die Kaiser-Richtung verstärkte, werden wohl erst die Nachlaß-Beschauer ergründen. Zum Adenauer-Fan wurde Steltzer jedenfalls dadurch nicht. In seinen Memoiren ("Sechzig Jahre Zeitgenosse« München 1966) hat er sich nicht nur über Adenauers »politischen Stil« beklagt, sondern auch politische Gedanken entwickelt, die den Ansichten Jakob Kaisers sehr viel näher kamen als denen des Bundeskanzlers. Wegen der Adenauer-Richtung und wegen der Adenauer-Methoden ging Steltzer auf Distanz zu seiner Partei und gab dann zur Enttäuschung seiner Freunde die politische Tätigkeit ganz auf. Kurz vor seinem Tode setzte er sich im September 1967 für eine Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten ein und forderte die unmißverständliche Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze. Wenn der Mann Adenauer-Anhänger war, was ist dann Barzel? Oder anders herum: Mit solchen Adenauer-Anhängern könnte die CDU wieder jung werden.

Bonn GERHARD E. GRÜNDLER

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