Spaniens Schatten - DER SPIEGEL
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Spaniens Schatten

Manuel Marín, Kommissar für die Mittelmeeranrainer, ist in den Geruch der Begünstigung gekommen.
• aus DER SPIEGEL 1/1999
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Das Kollegialprinzip der Kommission deckt manche Schattenexistenz. Der spanische Kommissar Manuel Marín, 49, zuständig für die Beziehungen zu den südlichen Mittelmeeranrainern, zum Nahen Osten und für Entwicklungshilfe, hat den Ruf eines verdrucksten Taktierers, unfähig zu offenem Dialog mit Parlament und Presse. Immerhin, bei Diskussionen über die Kommission von morgen meldete er sich in der Sitzung zu der Frage, ob auch ein Kommissar als Pressesprecher fungieren solle, mit dem selbstironischen Beitrag: »Nehmt mich, dann werden wir sofort abgeschossen.« Zum Abschuß bietet Marín sich schon jetzt an. Neben der Französin Edith Cresson, die kaum qualifizierte Bekannte mit hochdotierten EU-Jobs versorgte, ist der Spanier der Hauptverdächtige für dunkle Verbindungen. Seine undurchsichtige Amtsführung - beispielsweise Unregelmäßigkeiten bei den Mittelmeer-Subventionsprogrammen MED - veranlaßte das Europäische Parlament unter anderem, der Kommission im Dezember die Entlastung für den Haushalt 1996 zu verweigern. Seine sozialistischen Freunde im Parlament standen allerdings zu Marín - und auch die spanischen Konservativen. Denn Marín gilt als Garant für die üppigen Hilfen aus dem umstrittenen Kohäsionsfonds, die besonders Spanien und Portugal zugute kommen.

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