SPARPROGRAMM
(Nr. 27/1967, Rentner-Steuer)
Jetzt ist es soweit, jetzt muß Herr Strauß fallen. Steuererhöhungen, das hat uns gerade noch gefehlt. Man hätte es sich ja sofort ausrechnen können, daß ein Herr Strauß der letzte Mann war, um Geld zu sparen. Wer hat als Bundesverteidigungsminister mit dem Gelde herumgeschmissen? Herr Strauß. Und da sollte das der Mann sein, der Herrn Schröder sagt, du mußt sparen? Jeder vernünftige Mensch weiß, daß man gut und gerne fünf Milliarden beim Verteidigungshaushalt einsparen könnte.
Unna (Nordrh.-Westf.) HEINRICH KELZ
Wenn Herr Strauß auf die Idee käme, den 20 bis 25 Millionen Deutschen, welche auch in diesem Krisenjahr ohne weiteres ihre Auslandsreisen unternehmen, je Kopf eine Grenzübergangsgebühr von 25 Mark abzuknöpfen, könnte er seine Kasse ohne Schwierigkeiten um 500 Millionen aufbessern.
Karlsruhe WILLY CASTILLON
Zur Klärung der geistigen Verwirrung im Intellektuellen Schiller (er ist übrigens symptomatisch für Tausende von Intellektuellen) könnte ich mir folgendes Mittel als sehr wirksam vorstellen: Herr Minister Schiller probiert seinen Geniestreich bei sich persönlich aus: Er lebt mit seiner Frau vier Monate lang auf Probe (Ernährung, Wohnungsmiete, Strom und Gas, Bekleidung usw.) von 401 Mark minus 21,60 Mark Krankenkassenbeitrag gleich 379,40 Mark. Nach diesen vier Monaten bliebe Herrn Minister Schiller sicher nur noch eins: Er müßte sich für seinen grausigen Einfall schämen. Würde Herr Schiller gar zwei Jahre als »Rentner auf Probe« durchhalten, bliebe ihm immer noch die Möglichkeit, NPD zu wählen.
München R. E. SCHMIDT
Herr Minister Franz-Josef Strauß überschlägt sich mit seinen Kassandrarufen betreffs Ordnung der zerrütteten Bundesfinanzen. Bei seinem oft schon praktizierten Durchsetzungsvermögen habe ich nichts anderes erwartet. Um glaubhaft zu erscheinen, müßte er meines Erachtens aber zunächst einmal alle Bundestagsabgeordneten zu einer fühlbaren Senkung ihrer Bezüge und Diäten auf Zeit veranlassen.
Witten (Nordrh.-Westf.) MAX HINDERSIN
Hätte man das Geld noch, das früher in dunkle Kanäle geflossen ist (Schützenpanzerwagen usw.!!), so wäre man heute nicht darauf aus und angewiesen, uns Kleinrentenempfängern diese paar Mark streichen zu wollen. Wachenheim
(Rheinl.-Pfalz)
HELMUT RASTATTER
Der kleine Mann soll also zahlen. Wenn dieser kleine Mann mal als Geschäftsmann Pleite macht und man weist ihm nach, daß er nicht schuldlos daran war, macht man ihm den Prozeß. Bei einer Partei wird die Führung gewechselt, und es ist alles geregelt!
Sprockhövel (Nordrh.-Westf.)
HEINz KNOCH
Vielleicht diskutiert man einmal darüber, ob nicht die Pensionsbezüge der Beamten vorübergehend gekürzt werden. Man könnte doch eventuell darüber beraten, ob nicht zeitweise nur 60 Prozent statt »75 Prozent der letzten Bezüge angebracht seien. Das wäre sicherlich ein Opfer, aber das sollen ja alle bringen.
Hungen (Hessen) JOACHIM SCHULTHEIS