Spekulation - DER SPIEGEL
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Spekulation

• aus DER SPIEGEL 27/1952
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Die Kapitäne der demokratischen Partei Amerikas drängen - im Verein mit dem augenblicklichen Rudergänger, Harry S. Truman - den Gouverneur von Illinois, Adlai Stevenson, sich als demokratischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl aufstellen zu lassen. Der nüchterne Stevenson, der - anders als der demokratische Aspirant Estes Kefauver - kein Baby-kisser und Fernseh-Star ist, will aber nur dann rennen, wenn ihm die Republikaner den kühl-unpopulären Taft als Konkurrenten präsentieren, keinesfalls aber, wenn die Republikaner den Tribunen Eisenhower nominieren, unter dem er im

Felde gedient hat. Hinter dem demokratischen Stevenson-Projekt steckt, nach amerikanischen Beobachtungen, eine Geheimspekulation Trumans: Einerseits wünscht Truman ehrlich, Stevenson zur Annahme der Kandidatur gegen Taft bewegen zu können. Andererseits ist er aber selbst bereit, gegen Taft in die Bresche zu springen, wenn Stevenson selbst und den Delegierten die Frist, den relativ unbekannten Gouverneur noch groß als Präsidentschaftskandidaten herauszubringen, zu kurz erscheint und die Delegierten ihn, Truman, deswegen zur Kandidatur drängen. Gewinnt Ike die Kandidatur der Republikaner, wollen weder Harry S. Truman noch Stevenson kandidieren und die demokratische Partei muß weiter auf dem Radarschirm nach einem geeigneten Kandidaten suchen (siehe Karikatur).

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