Hausmitteilung SPIEGEL GESCHICHTE / Titel / Richter
An ein Dichterwort musste SPIEGEL-Redakteur Uwe Klußmann, 50, denken, als er in Moskau vor dem Grabmal des Zaren Iwan IV. stand. Der Herrscher hatte sich den Beinamen »der Schreckliche« redlich verdient, grausam und grimmig war er, aber überall sah Klußmann Russen, die den Zaren tief verehrten - man könne Russland nicht mit dem Verstand, nur mit dem Herzen verstehen, hatte der Dichter Fjodor Tjuttschew geschrieben. In dem von Klußmann konzipierten SPIEGEL GESCHICHTE »Das Russland der Zaren« geht es um den Ursprung russischer Mentalität und Macht. Am Dienstag kommt das Heft in den Handel.
Einige der Herren bevorzugten für die diskreten Treffen das Brushstroke im schicken TriBeCa, New York: Hier gibt es die angeblich besten Sushis in Manhattan, ein Menü kostet 145 Dollar, und für das Fläschchen Sake muss man rund 200 Dollar veranschlagen - aber es lohnte sich. Denn die Hedgefonds-Manager, Ex-Banker und Ermittler, die SPIEGEL-Redakteur Thomas Schulz, 38, in dem Restaurant traf, waren Insider in einem der vielleicht größten Wirtschaftskrimis dieser Zeit. Es ging um den Auf- und Einstieg der Deutschen Bank: Aufstieg in die Liga der Big Player, Einstieg in das Geschäft mit amerikanischen Immobilienwertpapieren, eine Operation, die der designierte Ackermann-Nachfolger Anshu Jain, 48, verantwortete - und die dem Geldhaus jetzt eine Menge Klagen beschert hat, unter anderem von der US-Regierung. Neben Schulz, dem New-York-Korrespondenten des SPIEGEL, recherchierten Martin Hesse, 42, Christoph Pauly, 52, und Anne Seith, 35, in London und Frankfurt am Main. Ihre Informanten hatten eines gemeinsam, alle wollten anonym bleiben. Aber nicht alle waren Sushi-Fans, manchmal tat es auch ein Kaffee bei Starbucks (zum Artikel ).
Sein Werk ist allgegenwärtig: Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag wird das Œuvre von Gerhard Richter, Deutschlands berühmtestem zeitgenössischem Maler, auf der ganzen Welt in großen Ausstellungen gefeiert. Doch es gibt Bilder, die sind nirgends zu sehen: jene Arbeiten, die Richter im Laufe seiner Karriere zerschnitt, zerriss, verbrannte, übermalte, weil sie ihm nicht gefielen. Zuvor allerdings hatte Richter die Gemälde fotografiert. Dass diese Aufnahmen, gleichsam eine geheime Galerie der ungeliebten Werke, noch existieren, wussten nur wenige - SPIEGEL-Redakteurin Ulrike Knöfel, 42, war eingeweiht, sie kennt den Künstler seit Jahren. Als Richter von ihrem Interesse an den alten Fotos erfuhr, rief er sie fröhlich aus seinem Kölner Atelier an: Er habe soeben die Kiste mit den Dias gefunden, sei selbst überrascht, wie viele es seien, und um manche der Werke sei es sogar schade. Und nein, er hätte nichts dagegen, wenn der SPIEGEL die Aufnahmen - fast alle exklusiv - drucken würde (zum Artikel ).