Spitze der Peinlichkeitsskala - DER SPIEGEL
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Briefe

Spitze der Peinlichkeitsskala
• aus DER SPIEGEL 29/1999
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Spitze der Peinlichkeitsskala

Nr. 27/1999, Karriere: EU-Kommissar Martin Bangemann verkauft sich an Telefónica

Auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskala hat Bangemann wieder einen Spitzenplatz erobert. Ob er den Telefoniceros mit seiner oft bewiesenen Nanokompetenz allerdings die gewünschte Hilfe sein kann, muß man bezweifeln.

GÖTTINGEN KLAUS-PETER KÖSTER

Recht hat er, der Martin B. in Brüssel, weil es anscheinend legitim ist, was er macht, oder durch Nichtreaktionen der EU-Kommission legitimiert wird. Alle kreischen nun, nur die FDP nicht, denn sie ist bekanntlich immer noch die Partei der Besserverdienenden. Die entrüsteten Politiker sind im Grunde nur neidisch-verärgert, weil Bangemann ein Tabu gebrochen und offengelegt hat, daß das Füllen der eigenen Taschen zum politischen Selbstverständnis gehört. Für die Wähler ist das nicht neu. Die beschämend niedrige Beteiligung aus den Europawahlen zeigt das.

BONN HORST-GÜNTER HAXEL

Würde Bangemann nicht in die Privatwirtschaft gehen, erhielte er »mit allen Ehren« seine Pension von der EU. Anfang der sechziger Jahre haben Politiker, die die USA bereisten, von einem »Elitentausch« gesprochen. Wann endlich haben wir ein Bündnis für Leistung und nicht eines für staatlich gelenkte Arbeit?

ITZEHOE (SCHLESW.-HOLST.) CORVIN FISCHER

Das Peter-Prinzip machts möglich. Alle Nieten aus Politik und Wirtschaft werden nach oben gelobt. Eine geschlossene Gesellschaft. Wer sich nicht gar zu dämlich anstellt, hat die Stufe seiner Inkompetenz und einen lukrativen Job flugs erreicht.

NIEDERNHAUSEN (HESSEN) HANNELORE HAMMER

Durch seine Geldgier hat der hochkarätige Politiker seiner FDP - einer ohnehin überlebten, wahrscheinlich aussichtslos kämpfenden Partei - ein kräftiges blaues Auge geschlagen. Nun kann er seine angebliche Intelligenz als Top-Manager unter Beweis stellen. Viele sind gespannt, wie lange die »Ronaldo-Orgie« gutgeht.

KÖLN KARL-HEINZ SCHUMACHER

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