STALINALLEE - DER SPIEGEL
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Briefe

STALINALLEE
• aus DER SPIEGEL 23/1952
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STALINALLEE

(Nr. 20/52, Architektur)

Die Stalinallee ist schon ein einmaliges Propagandaforum. Aber Plakate, Transparente und Aktivisten-Konterfeis (vergl. Fotos) tun es nicht allein.

Die Propaganda-Spatzen vom Alex pfeifen seit acht Tagen, der politischen Situation angemessen, bemerkenswert remilitaristisch. Das hört sich aus den Lautsprechern etwa so an, wie es der superblonde Nachwuchsstar des SED-Zentralorgans »Neues Deutschland«, Margot Pfannstiehl, neulich stalinbrünstig hinausschrie:

»Der Osten sind wir, die Stalinallee, das Kinderkaufhaus, das Spezialgeschäft für Wild und Geflügel. Das wollen sie uns nehmen, zerstören, einäschern... Geh hin zur Stalinallee, schau Dir die Pläne des neuen Berlin an, und dann beantworte Dir selbst die Frage: Ist das Militarismus, wenn wir dieses Leben, diesen von uns allen in unermüdlicher Arbeit geschaffenen Wohlstand verteidigen? Ist das Militarismus, wenn wir HO-Feinkost und Delikatessen verteidigen? Wehe dem, der mit seinen schmutzigen Pfoten unsere Stalinallee anfassen will.«

z. Z. Magdeburg

Karl-Heinz Voges

Auf einer Schulungsfahrt in Ostberlin fällt uns die Nummer 20/52 des SPIEGELS in die Hände. Alle Achtung vor Deinem sachlichen und prächtig orientierten Stalinallee-Artikel. Genau so ist es, wie Du berichtest: Es fehlt an Stahl, Montage-Kräne sollen angeblich erst geliefert werden, also müssen sowohl in der Bautechnik als auch im Stil der Außenarchitektur seltsame Kompromisse geschlossen werden.

z. Z. Halle

Otto Niebergall

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