Staub - DER SPIEGEL
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Staub

• aus DER SPIEGEL 17/1950
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Den Berlinern wurde bunt vor Augen: Bundeshaus, Bundesallee, Bundesplatz, Bundesminister, Bundesregierung, Bundeshymne. Umsonst hatte die SED-Presse vom »häßlichen Totenvogel Adenauer« geschrieben, der sich auf den Ruinen Westberlins niederlasse. Zum ersten Male seit der Schlacht um Berlin waren die Berliner zu Zehntausenden auf den Beinen, um den Gast aus dem Westen zu grüßen. Der Kanzler zeigte sich im Titani-Palast als starker Mann gegenüber dem Londoner und Pariser Porzellan.

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Dafür gelang es Dr. Adenauer, mit »Einigkeit und Recht und Freiheit« die SPD - zum ersten Male in ihrer Geschichte - in Sänger und Nichtsänger zu spalten. Hierbei blieben die alten Parteifunktionäre stark in der Minderheit. Es sangen außen den Jungen nicht nur der Exkommunist Ernst Reuter Berlins Oberbürgermeister, sondern auch der linke Flügelmann und stramme Marx-Jünger Grunner. Auch an den Lautsprechern in der Sowjetzone wurde mitgesungen. Die alliierten Kommandanten im roten Plüsch ihres Balkons blieben vereint sitzen. Das Sanges-Echo aus dem Ausland war wenig freundlich. Die Schweizer »Tat« meinte, es sei viel verstaubter Staub aufgewirbelt worden. Außerdem: »Wenn der Berliner Sozialistenführer Neumann findet, die Nazis hätten das Lied entweiht, weil sie es mit dem Horst-Wessel-Lied koppelten, so ist dies nicht stichhaltig. In diesem Falle dürfte sich Herr Neumann auch nicht mehr Sozialist nennen, weil Hitler dieser Bezeichnung dem 'National' angehängt hatte.«

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