Hausmitteilung Staufer / Titel / Jemen
Es lief nicht gut für Richard Löwenherz, seine Feinde waren zu mächtig. Zum Beispiel Heinrich VI., römisch-deutscher Kaiser, Sohn des berühmten Staufers Barbarossa; aus politischer Rache ließ Heinrich VI. seinen Widersacher, den englischen König, kidnappen und auf der Reichsburg Trifels einkerkern. Diese Begebenheit ist eine von unzähligen Staufer-Geschichten, denn die Geschichte des mittelalterlichen Europas ist auch Staufer-Geschichte, das Reich des schwäbischen Herrschergeschlechts erstreckte sich von der Ostsee bis nach Sizilien. Im neuen SPIEGEL-Buch »Die Staufer und ihre Zeit« schildern SPIEGEL-Redakteure und Historiker den Aufbruch in eine neue Epoche (DVA; 19,99 Euro).
Wie soll sie sein, die Superfrau? Auf einige Attribute können Männer sich vielleicht einigen: Eine tolle Ratatouille sollte sie zaubern können, mit iPhone, Chanel No. 5 und Kants kategorischem Imperativ vertraut sein, eine Prise Verruchtheit, dazu eine beachtliche Oberweite, also etwa so, wie es der Hamburger Illustrator Nils Fliegner als Titel für diese SPIEGEL-Ausgabe gezeichnet hat - für die Hälfte der Auflage. Eine solche Superfrau ist allerdings nicht leicht zu finden, und darum geht es in der Titelstory, welche die SPIEGEL-Redakteure Claudia Voigt, 44, und Juan Moreno, 38, recherchiert haben: Die Journalisten, beide selbst lange Zeit Single, wollten beschreiben, wie man lebt in der Vereinzelung, warum manche Zeitgenossen einen Mann, eine Frau fürs Leben finden - und andere nicht. Erste Erkenntnis: »Frauen kommen mit dem Alleinsein besser klar«, sagt Voigt. Vom Fluch des hohen Anspruchs bleiben sie allerdings nicht verschont: Ihren Supermann wünschen sie sich mit Geld, Bizeps, einem Ferrari in der Garage und, für den Notfall, Viagra in der Nachttischschublade - so sieht es zumindest Fliegner, der auch das Titelbild für die andere Hälfte der Auflage erstellt hat. Bis aufs Titelbild sind die Ausgaben identisch, vor dem SPIEGEL sind Frauen und Männer gleich, selbstredend (Seite 76).
Der Jemen ist dabei, ein neues Somalia zu werden - so jedenfalls die Befürchtung internationaler Terrorexperten, seit die Qaida mit knapp vereitelten Bombenanschlägen Schrecken verbreitet. Die SPIEGEL-Korrespondenten Volkhard Windfuhr, 73, und Alexander Smoltczyk, 51, bereisten den Jemen, Rückzugsgebiet der Terroristen, ärmstes Land Arabiens. Sie befragten Politiker im Norden, Protagonisten der Widerstandsbewegung aus dem Süden, und sie diskutierten mit Intellektuellen - beispielsweise im »Mokha Bunn«, dem einzigen Literaten-Café in Sanaa. Dort trafen sie Dschamila Radschab, die Café-Besitzerin, eine attraktive Frau von Mitte vierzig, die Jeans trägt und vor bitteren Wahrheiten nicht zurückschreckt. »Sie stimmte uns zu, dass Präsident Salih dringend etwas unternehmen müsste«, sagt Smoltczyk. »Aber dann erklärte sie uns eine jemenitische Tradition: Wer ernst macht mit Veränderungen, der lebt nicht lange« (Seite 116).