Stefan Lichter,
35, Geschäftsführer der Firma Gum in Köln, die mit lebensechten Gummipuppen die TV-Satire-Sendung »Hurra Deutschland« produziert, hat über die Weiterverwendung der Nachbildung eines jüngst verstorbenen Prominenten nachdenken lassen. Nur wenige Wochen nach dem Tod Willy Brandts liegt bereits ein Entwurf für eine neue Ulk-Serie vor. Titel des satirischen Geistesblitzes: »Willy Brandt trifft Franz Josef Strauß im Himmel«. Besonderer Gag der Kölner Realsatiriker: Der vor vier Jahren gestorbene CSU-Führer Strauß hat die himmlischen Heerscharen straff reorganisiert und läßt Engelschöre »Emigranten raus« singen. Die Produktionsgesellschaft gewährt dem Fernsehzuschauer nur noch kurze Schonfrist. Die Brandt-Puppe (Foto) wird, so Lichter, nach »Ablauf einer Pietätsfrist« in »frühestens drei Monaten« reaktiviert werden.