Steigende Gewalt - DER SPIEGEL
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KRIMINALITÄT Steigende Gewalt

Von Paul Lersch
• aus DER SPIEGEL 20/1997
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Im Vergleich zum Vorjahr ist die Kriminalität in Deutschland 1996 insgesamt leicht (um 0,3 Prozent) zurückgegangen. Während die Zahl der Delikte im Westen (plus Berlin) um 0,4 Prozent anstieg, sank sie in den neuen Ländern um 3 Prozent. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Manfred Kanther in dieser Woche vorstellen will.

Rückläufig sind etwa die Fälle von schwerem Diebstahl (minus 8,9 Prozent). Der Schaden durch Diebstähle betrug insgesamt 5,5 Milliarden Mark (1995: 6,2 Milliarden). Allerdings sind einzelne Straftaten in der gesamten Bundesrepublik stark angestiegen: Rauschgiftdelikte um 18 Prozent, Ladendiebstahl um 6,8 Prozent, Gewaltverbrechen um 5,5 Prozent.

12,3 Prozent aller aufgeklärten Raubüberfälle wurden von Konsumenten harter Drogen, fast ein Viertel der geklärten Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluß begangen.

Um 10 Prozent stieg die Zahl der Opfer von Gewaltkriminalität. Vergewaltigungen (6228 Fälle) haben um 0,9 Prozent zugenommen. Der registrierte sexuelle Mißbrauch von Kindern (15 674 Fälle) ging um 2,1 Prozent zurück.

Große Zuwächse sind im Bereich der Wirtschaftskriminalität (23,8 Prozent) zu verzeichnen. Umweltstraftaten haben ebenfalls stark zugenommen (11,2 Prozent), insbesondere die umweltgefährdende Abfallbeseitigung (17,1 Prozent). Auch Korruptionsdelikte nahmen rapide zu: Vorteilsannahme um 157,7 Prozent, Bestechlichkeit um 56,6 Prozent.

Alarmierend ist die steigende Kinderkriminalität (plus 12,3 Prozent). Mehr als 131 000 Kinder wurden als Tatverdächtige ermittelt, davon 18,3 Prozent nichtdeutsche. Die Kids wurden meist (57,3 Prozent) bei Ladendiebstahl erwischt, deutsche Kinder vor allem in den neuen Ländern auffallend oft auch bei Körperverletzung und Raub.

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