Stein auf dem Bauch - DER SPIEGEL
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NACHWUCHSFÖRDERUNG Stein auf dem Bauch

Der Opernstar Montserrat Caballé, 66, präsentiert an diesem Sonntag auf Arte »Stars von morgen«
• aus DER SPIEGEL 1/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Frau Caballé, Sie stellen Nachwuchstalente der klassischen Musik im Fernsehen vor - sind die nicht ganz eingeschüchtert, wenn sie einer großen Diva gegenüberstehen?

Caballé: Aber nein, die sind schon mit Anfang zwanzig seit mehreren Jahren im Geschäft, die sind schon erfahren.

SPIEGEL: Warum dann noch die Präsentation im Fernsehen?

Caballé: Das ist wie ein Vorspielen. Wenn Intendanten von Konzerthäusern die Sendung sehen, kann das der Weg zum Ruhm sein. Bei einigen besonders Begabten werde ich etwas nachhelfen und sie hier und da persönlich für Besetzungen vorschlagen. Wenn man berühmt ist, hören einem die Intendanten zu.

SPIEGEL: Und als Sie noch nicht berühmt waren, wer hat Ihnen geholfen?

Caballé: Damals war das anders. Als ich in den fünfziger Jahren am Anfang meiner Karriere stand, sollte ich manchmal sogar bezahlen, um vorsingen zu dürfen. Dabei hat man als Anfänger doch kein Geld!

SPIEGEL: Sind denn die Anfänger von heute gut genug ausgebildet?

Caballé: Oh, sie sind alle wundervoll. Aber manchmal fehlt ihnen das harte Training, wie ich es am Conservatorio in Barcelona absolviert habe. Ich musste mich auf den Rücken legen, und meine Gesangslehrerin packte mir einen Zehn-Kilo-Stein auf den Bauch. So lernte ich atmen.

SPIEGEL: Geben Sie Ihren »Stars von morgen« solche Tipps mit auf den Weg?

Caballé: Nur wenn sie mich fragen. Ich möchte nicht so dominant wirken.

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