Steinbrück - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Steinbrück / Palin / Saudi-Arabien

• aus DER SPIEGEL 24/2011
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Beharrlich lehnte der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, 64, alle Gesprächsanfragen von SPIEGEL-Redakteur Christoph Hickmann, 31, ab - er wollte nicht die Debatte darüber befeuern, ob er 2013 Kanzlerkandidat der SPD werden sollte. Hickmann gab nicht auf, er recherchierte Steinbrücks Reisepläne und folgte ihm bis in dessen Wahlkreis in Nordrhein-Westfalen. Doch Steinbrück verweigerte sich. Ab und an kam ihm ein bisschen Mitleid über die Lippen. »Sie tun mir leid«, sagte er spitzbübisch lächelnd, Hickmann habe »einen schlimmen Job«, aber die Arbeit beim SPIEGEL habe er sich »ja selbst ausgesucht«. Wochen später, am Montag vor Pfingsten, gab sich der Sozialdemokrat geschlagen. Hickmann wusste, dass Steinbrück nach Frankfurt (Oder) fahren wollte, und hielt am Berliner Hauptbahnhof nach ihm Ausschau. »Kommen Sie, wir fahren zusammen«, beschied ihn der Politiker schließlich. Hickmann hatte während Hin- und Rückfahrt zwei Stunden lang Gelegenheit, Fragen zu stellen. »Steinbrück erfährt bei seinen Reisen durchs Land viel Zustimmung«, sagt der SPIEGEL-Redakteur, »das bestärkt ihn, Kanzlerkandidat werden zu wollen« (Seite 32).

Die Republikanerin Sarah Palin, 47, hat der Washingtoner SPIEGEL-Korrespondent Marc Hujer, 42, seit ihrem ersten großen Auftritt vor der US-Präsidentenwahl 2008 nicht aus den Augen verloren. Die Frau, die bei einem Wahlsieg John McCains Vizepräsidentin werden sollte, empfing ihn im vorigen Winter sogar in ihrem Domizil am Lake Lucille in Alaska. Dort hat Palin neben ihrem Wohnhaus ein zweites Gebäude bauen lassen. Der ihr zugeneigte konservative Fernsehsender Fox News durfte dort ein Studio einrichten, damit sie Interviews von zu Hause aus geben kann. Zuletzt hatten die politischen Eliten Palin allerdings als mögliche Herausforderin des Demokraten Barack Obama, 49, für die Wahl im nächsten Jahr abgeschrieben. Nun meldete sie sich zurück: Hujer begleitete die Politikerin, die schon mal den Irak mit Iran verwechselte, während einer Bustour entlang der amerikanischen Ostküste. Palin werde im Präsidentschaftswahlkampf »eine entscheidende Rolle spielen«, sagt Hujer. Ihr lückenhaftes Wissen habe ihr »kaum geschadet, es verbindet sie mit ihren Wählern« (Seite 96).

Saudi-Arabien ist das mächtigste Land seiner Region, von den Revolten in der arabischen Welt blieb es bisher verschont. SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl, 45, fuhr fast vier Wochen lang durch den Wüstenstaat, um herauszufinden, ob sich auch die Saudis vor einem Aufbegehren des Volkes fürchten müssen. Die Reporterin sprach mit Prinzen, Ministern und Geistlichen, die den Status quo verteidigen, und sie traf vollkommen verschleierte Frauen, die schon einen schmalen Sehschlitz für obszön halten. Koelbl lernte aber auch das moderne Saudi-Arabien kennen: kämpferische Bloggerinnen und Intellektuelle, die nicht daran glauben, dass ihr Staat sich Veränderungen verschließen kann. An Handys mit Kamerafunktion, so Koelbl, schieden sich die Geister. »Manche plädieren für ein Verbot, damit niemand heimlich ihre Frauen fotografieren kann, andere halten die Telefone für ein Symbol des Fortschritts« (Seite 86).

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