Stephane Collaro - DER SPIEGEL
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Stephane Collaro

• aus DER SPIEGEL 39/1987
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Ein umbarmherziger Machtkampf setzte am vergangenen Mittwoch auf französischen Mattscheiben ein: Da versucht eine Bande skrupelloser Gangster, sich schießend und prügelnd in den Besitz des mondänsten Nachtclubs von Paris zu bringen. Daß die Fernsehzuschauer angesichts des finsteren Treibens vor allem Vergnügen empfinden, liegt an der Machart des Spektakels im Programm des privaten TV-Kanals »La Cinq": Bei den beteiligten Galgenvögeln handelt es sich ausnahmslos um Puppen mit den karikaturistisch verfremdeten Gesichtszügen führender Politiker. Mit den sprechenden Kautschuk-Kameraden will der französische Fernsehstar Stephane Collaro (Photo, r.), der die Puppen-Idee beim ehemals staatlichen Sender TF1 entwickelte und jetzt beim privaten Arbeitgeber wiederaufleben läßt, den Wettlauf in den Elysee-Palast bis zu den Wahlen im April nächsten Jahres begleiten. Dabei muß sich der Besitzer des Nachtclubs »L'Elyseum«, »Papy Mite« (Präsident Francois Mitterrand, Photo, l.), vor allem seiner Konkurrenten »Jacky Cherokee« (Premierminister Jacques Chirac), »Oncle Vali« (Ex-Präsident Valery Giscard d'Estaing), »Michael Rocky Hard« (der sozialistische Ex-Minister Michel Rocard), »Ray Barrebatif« (Ex-Premier Raymond Barre), »Killer Le Pen« (Chef der Nationalen Front Jean-Marie Le Pen) und »Jo Marchy« (der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Frankreichs Georges Marchais, Abb. o., v. l.) erwehren. Doch obwohl Handlung und englische Namen sich an den Bandenkriegen im Chicago der zwanziger Jahre orientieren, ist die Moral von heute: Im bösen Puppenspiel (Titel: »Les vains corruptibles - etwa: Die Bestechlichen) fehlt es am aufrechten Helden.

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