Stephen Jukes
Stephen Jukes, 47, Nachrichtenchef der in London beheimateten Nachrichtenagentur Reuters, hat das Wort »Terrorist« aus dem Sprachschatz verbannt. In einer internen Anweisung erinnerte Jukes an das strikte Neutralitätsgebot des News-Unternehmens auch im Falle des Terroranschlags auf das World Trade Center mit 6000 Toten: »Wir alle wissen, was für die einen ein Terrorist ist, ist für die anderen ein Freiheitskämpfer, deshalb benutzt Reuters aus Prinzip nicht das Wort Terrorist.« Am praktischen Beispiel dargestellt, erläuterte Jukes: »Um offen zu sein, es erhöht kaum den Nachrichtenwert, den Angriff auf das World Trade Center einen terroristischen Angriff zu nennen.« Nicht alle der 2500 Reuters-Journalisten scheinen über die Sprachregelung glücklich zu sein. Es habe darüber, räumte der Nachrichtenmann ein, eine sehr »emotional geführte Debatte« mit den Korrespondenten in aller Welt gegeben.